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29.12.2020 Benedikt Kaufmann

Intel: Aktivisten bringen Schwung in die Bude

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Intel

Bei Desktop-Prozessoren verliert Intel Marktanteile an AMD und bei der Chip-Fertigung wurde der US-Konzern von TSMC und Samsung überholt. Jetzt fordert der Hedgefonds Third Point, dass der strauchelnde Chip-Riese sich eine neue strategische Ausrichtung verpasst – und schießt damit den Kurs der Intel-Aktie nach oben.

Einem Bericht von Reuters zufolge hat Daniel Loeb von Third Point den Intel-Chef Omar Ishrak in einem Brief aufgefordert, umgehend alle möglichen Optionen für strategische Alternativen zu prüfen. Third Point soll den Angaben zufolge einen Anteil an Intel im Wert von einer Milliarde Dollar aufgebaut haben.

Als größtes Problem nennt Third Point die Abwanderung des Humankapitals. Zu viele Chip-Designer hätten demoralisiert vom Status quo Intel verlassen.

„Ohne eine sofortige Veränderung bei Intel glauben wir, dass Amerika seinen Zugang zu führender Halbleiter-Technologie verliert“, so Loeb in dem Brief an den Intel-Chef. Loeb glaubt, dass eine Abspaltung des Chip-Designs von der Chip-Herstellung zu einer Verbesserung und zu neuen Partnerschaften führen könnte.

Die Aktie von Intel zählt mit einem Verlust von knapp 18 Prozent zu den größten Verlierern im Dow Jones Industrial in diesem Börsenjahr. Die niedrige Bewertung spricht zwar aktuell für die Aktie – doch Intel verliert in seinem Kerngeschäft Marktanteile. Anzeichen dafür, dass der Konzern dank Übernahmen wie Nervana oder MobilEye Fortschritte macht, gibt es zwar. Doch erst ein strategischer Turnaround dürfte der Aktie wieder Schwung geben. Halten und Stopp beachten oder gleich auf Alternativen wie Skyworks Solutions oder Texas Instruments setzen.

Intel (WKN: 855681)