11.11.2019 Michael Schröder

Infineon vor den Zahlen: Morgen ist es soweit - das sind die Prognosen!

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Infineon Technologies
Trendthema

Infineon legt am Dienstag (12. November) seine Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2018/19 (per Ende September) vor. Im Vorfeld der Zahlen konnte die Aktie des Chipherstellers zwar deutlich Boden gut machen. Mittlerweile haben allerdings Gewinnmitnahmen eingesetzt. Darauf müssen sich Anleger morgen einstellen.

Im Schlussquartal 2018/19 dürfte Infineon Umsätze in Höhe von 2,04 Milliarden Euro erzielt haben und damit in etwa auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums liegen. Beim operativen Ergebnis (Segmentergebnis) werden von Analysten im Durchschnitt 294 Millionen Euro erwartet, ein deutlicher Rückgang nach den 400 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Mit Blick auf das kürzlich zu Ende gegangene Geschäftsjahr gehen Analysten und Konzernleitung von einem Umsatz von 8,0 Milliarden Euro (Vorjahr: 7,6 Milliarden Euro) aus. Bei der operativen Marge (Segmentergebnismarge) erwartet der Konzern 16 Prozent, nach 17,8 Prozent im Vorjahr. Das operative Ergebnis dürfte damit von 1,35 auf 1,28 Milliarden Euro sinken. Die Schätzung der Analysten lautet 1,3 Milliarden Euro.

Beim Blick in die Zukunft bewertet Analyst Holger Schmidt vom Bankhaus Metzler die Markterwartungen für das Geschäftsjahr 2019/20 als übermäßig optimistisch. Infineon hänge sehr stark von den Endkundenmärkten in der Industrie und im Automobilbau ab. Und für beide gebe es derzeit keine Hinweise für einen richtigen Aufschwung, zumindest nicht in den nächsten zwei Quartalen.

Auch Experte Alexander Duval von der US-Investmentbank Goldman Sachs geht davon aus, dass die anhaltend schwache Verfassung der Autoindustrie Infineon stärker belasten dürfte als bislang erwartet. Stephane Houri von der Investmentbank Oddo BHF verweist derweil darauf, dass die Erwartungen des Marktes angesichts der kürzlich in einer Telefonkonferenz geäußerten Einschätzungen des Managements zum weltweiten Automarkt für das kommende Jahr zu hoch seien.

Nachdem die Aktie zum Jahresbeginn deutlich zugelegt und Mitte April bis auf mehr als 21,50 Euro gestiegen war, geriet der Titel infolge der Ankündigung der Cypress-Übernahme sowie wegen des schwierigen Wirtschaftsumfeldes unter Druck. Mitte Juni fiel der Kurs dann auf das Jahrestief unter 13,50 Euro. Seither haben sich die Papiere aber dank der Hoffnung auf eine Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China und damit gemilderte Konjunktursorgen schon wieder um rund 40 Prozent erholt. Unter dem Strich hat die Infineon-Aktie seit Jahresbeginn rund acht Prozent an Wert gewonnen.

DER AKTIONÄR steht der Aktie insbesondere mittel- und langfristig unverändert positiv gegenüber, hat nach der jüngsten Kursrallye in den letzten Tagen aber bereits geraten, im Vorfeld der Zahlen auch mal erste Gewinne einzustreichen.

Infineon Technologies (WKN: 623100)

Die im Frühjahr gesenkten Prognosen dürfte Infineon erreichen. Wichtig für die kurzfristige Kursentwicklung wird vor allem der Ausblick auf das noch junge Geschäftsjahr 2019/10. Der Chiphersteller dürfte hier weiter den viel zitierten konjunkturellen Gegenwind spüren. Spätestens ab dem zweiten Halbjahr könnte die Talsohle in Sachen Profitabilität aber durchschritten sein. Setzt sich diese Meinung am Markt durch, dann sollte die Aktie weiter Boden gut machen können.

(Mit Material von dpa-AFX)