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Infineon‑Aktie: Woche der Wahrheit

Infineon‑Aktie: Woche der Wahrheit
Foto: ZUMAPRESS.com/Omar Marques/dpa/picture alliance
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Michael Schröder Heute, 12:18 Michael Schröder
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Keine Frage: Die Infineon-Aktie ist eine durchaus attraktive Möglichkeit, mittel- und langfristig von der Erholung des Halbleitermarkts und dem anhaltenden KI-Boom zu profitieren. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Technologiepartnerschaft mit Nvidia. Kurzfristig dürften aber die Charttechnik und der Newsflow aus den USA die Richtung bei der DAX-Aktie vorgeben.

AKTIONÄR-Leser wissen: Infineon und Nvidia arbeiten bereits bei vielen Themen zusammen. Während Nvidia KI-Rechenplattformen, Robotiksoftware und Simulationsumgebungen bereitstellt, liefert Infineon vor allem Lösungen für die Stromversorgung sowie Mikrocontroller, Sensorik-, Motorsteuerungs- und Sicherheitskomponenten.

Am weitesten fortgeschritten ist die Zusammenarbeit der beiden Konzerne im KI-Bereich bei der Stromversorgung von Rechenzentren. Humanoide Roboter könnten das nächste Wachstumsfeld werden. Zukunftsmusik! 

Schon jetzt nimmt der Ausbau der Energieinfrastruktur an Fahrt auf und wird zu einem zunehmend wichtigen Wachstumstreiber für das Industriegeschäft von Infineon. Auch im umsatzstärksten Bereich Automotive, auf den rund 50 Prozent des Umsatzes entfallen, dürfte sich in den kommenden Quartalen eine schrittweise Erholung einstellen. Die Kunden beginnen, ihre Lagerbestände wieder aufzufüllen. Softwaredefinierte Fahrzeuge bleiben dabei ein struktureller Treiber.

Über die Hintergründe und Details dazu sowie zur operativen Entwicklung hat DER AKTIONÄR bereits berichtet. Auch erste Analystenstimmen wurden thematisiert. Daher steht heute der Chart im Fokus – und hier bahnt sich eine Entscheidung an:

Die Aktie kletterte Anfang Juni 2026 erstmals über das alte Allzeithoch aus dem Jahr 2000 und markierte im Anschluss bei 88,83 Euro eine neue Bestmarke. Danach ging dem Titel die Luft aus. Statt einer Trendfortsetzung mussten Anleger eine mehrwöchige Korrektur verarbeiten.
Im Bereich um 54/55 Euro gelang zuletzt eine Stabilisierung. Noch ist die viel zitierte Kuh aber nicht vom Eis. Um die Korrektur abzuschließen, müssten der kurzfristige Abwärtstrend bei rund 58 Euro gebrochen und das Verlaufshoch von Mitte August bei 65,45 Euro nachhaltig überwunden werden. Dann wäre der Weg in Richtung 75 oder sogar 88,83 Euro aus charttechnischer Sicht geebnet. Wird die genannte horizontale Unterstützungszone dagegen unterschritten, könnte es schnell zu weiteren Abgaben in Richtung 50,60 Euro oder sogar bis in den Bereich um 45 Euro kommen.

Infineon (WKN: 623100)

Auch wenn die Verunsicherung in der Chipbranche zuletzt wieder zugenommen hat, sind die fundamentalen Trends bei Infineon weiterhin intakt. Anleger mit Weitblick bleiben daher vorerst investiert. Trading-orientierte Anleger können zudem auf das skizzierte Long-Szenario setzen; diese Position sollten sie mit einem engen Stopp bei 52,50 Euro absichern.

Der anstehende Newsflow aus den USA könnte entsprechende Impulse liefern: Dell wird am Dienstag nach US-Börsenschluss zeigen, wie viele KI-Server bestellt wurden; Broadcom wird einen Tag später Hinweise darauf geben, wie viele Chips dafür benötigt werden. Am Freitag liefert der US-Arbeitsmarktbericht weitere Anhaltspunkte dafür, ob die Notenbank die Zinsen bereits im September anhebt oder noch bis Dezember wartet.

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