Seit dem Rekordhoch im Juni hat die Infineon-Aktie in einem übergeordneten Abwärtstrend. Auch am Mittwoch geht es für die Papiere des deutschen Chipherstellers abwärts. Doch was das Minus von etwas mehr als einem Prozent nicht verrät: Bei Infineon ziehen am Horizont bereits dunkle Wolken auf. DER AKTIONÄR wirft einen Blick auf das Chartbild und verrät, welche Kursmarke jetzt entscheidend ist.
- Die Infineon-Aktie hat am 22. Juni bei 88,83 Euro ein Rekordhoch markiert und befindet sich seither auf Talfahrt.
- Fällt die Aktie unter die Unterstützung bei 54,06 Euro, droht ein Test des GD200.
- DER AKTIONÄR hält die Infineon-Aktie weiterhin für aussichtsreich.
Die Infineon-Aktie verliert am Mittwochmittag 1,2 Prozent auf 56,51 Euro. Aus charttechnischer Sicht nimmt das Papier damit unaufhaltsam Kurs auf das Juli-Tief bei 54,06 Euro. Fällt der Kurs unter diesen Support, dürfte sich die Talfahrt beschleunigen.
Nächste Auffangmarke wäre dann die 200-Tage-Linie bei 50,05 Euro. Auch die psychologisch wichtige 50-Euro-Marke gilt als entscheidend. Wird sie durchbrochen, könnte Infineon schnell wieder auf Höhe des Februar-Hochs bei 48,23 Euro notieren.
Aktuell sieht das Chartbild der Infineon-Aktie wenig rosig aus. Trotzdem sollten Anleger den Titel nicht vorschnell abschreiben. Kursbewegungen von fünf Prozent oder mehr sind bei Werten wie Infineon, Micron oder AMD längst keine Seltenheit mehr. Die heftigen Schwankungen im Halbleitersektor sind inzwischen fast schon alltäglich. Gleichwohl ändern auch solche Ausschläge nichts an den langfristig weiterhin guten Wachstumsaussichten der Branche.
Fundamental bleibt Infineon hervorragend positioniert. Der Konzern zählt zu den Weltmarktführern bei Automotive- und Leistungshalbleitern und profitiert vom steigenden Bedarf an Mikrocontrollern, SiC- und GaN-Chips sowie Sensoren für Elektroautos, Industrieanlagen und Rechenzentren.
Infineon konnte zuletzt wichtige Partnerschaften und Design-Wins verbuchen. So setzt Toyota im neuen Elektro-SUV bZ4X auf die CoolSiC-MOSFETs des Münchner Konzerns. Die Siliziumkarbid-Chips kommen unter anderem im On-Board-Ladegerät und im DC/DC-Wandler zum Einsatz und sorgen für mehr Effizienz sowie kürzere Ladezeiten.
Infineon ist aktuell keine laufende Empfehlung des AKTIONÄR. Trotzdem bleibt der Wert aussichtsreich. Vor einem Neueinstieg sollten Anleger allerdings eine Bodenbildung abwarten.
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