Vonovia treibt den Verkauf nicht-strategischer Bestände voran. Der Wohnungskonzern zieht sich aus Lüneburg zurück und verkauft dort ein Paket von rund 1.000 Wohnungen an Tristan Capital Partners. Freude kommt über den Deal aber nicht auf. Im Gegenteil. Die Aktie reißt sogar eine wichtige Chartmarke.
- Vonovia verkauft 975 Wohnungen in Lüneburg für 55 Millionen Euro.
- Der Verkaufspreis liegt deutlich unter dem ursprünglichen Angebotspreis von 90 Millionen Euro.
- Die Aktie ist unter die wichtige Marke von 20,00 Euro gerutscht.
Vonovia setzt den angekündigten Bestandsumbau fort: Tristan Capital Partners hat 975 Wohnungen in Lüneburg übernommen. Der Kaufpreis soll bei 55 Millionen Euro liegen. Der Verkauf passt zur Strategie des Bochumer Wohnimmobilienkonzerns.
Vonovia will sich stärker auf strategisch wichtige Bestände in deutschen Metropolen konzentrieren und sich von kleineren oder weniger passenden Portfolios trennen. Die Konzentration ist grundsätzlich sinnvoll: Große Städte bieten oft die besseren strukturellen Perspektiven.
Mit dem Verkauf ist Vonovia künftig nicht mehr am Lüneburger Wohnungsmarkt präsent. Die Wohnungen hatte der Konzern 2018 im Zuge der Integration der Buwog übernommen. Vor allem die etwa 700, bald 60 Jahre alten Wohnungen im Stadtteil Kaltenmoor gelten als stark sanierungsbedürftig.
Der Verkaufspreis von 55 Millionen Euro ist ernüchternd. Das Portfolio wurde seit knapp zwei Jahren über Lübke Kelber angeboten. Der anfängliche Angebotspreis lag noch bei 90 Millionen Euro.
Der nun erzielte Preis entspricht damit nur rund 56.400 Euro je Wohnung beziehungsweise etwa 880 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Auf Basis der genannten Nettokaltmiete ergibt sich eine anfängliche Bruttorendite von rund 10,7 Prozent. Das zeigt, dass die Käufer offenbar erheblichen Investitionsbedarf und entsprechende Risiken einpreisen.
Für Vonovia ist der Verkauf strategisch nachvollziehbar. Der Konzern erhält Liquidität, reduziert den Bestand außerhalb der Kernregionen und kann sich auf die großen deutschen Ballungsräume fokussieren. Das Dealvolumen von 55 Millionen Euro ist im Verhältnis zur Größe des Vonovia-Portfolios allerdings überschaubar und dürfte die Bilanz nur begrenzt bewegen.
Kritischer ist aus Anlegersicht, dass die Aktie die wichtige Marke von 20,00 Euro gerissen hat. Charttechnisch hat sich die Lage damit noch stärker eingetrübt als ohnehin schon. Die Bären haben nun wieder klar das Zepter in der Hand.
Der Rückzug aus Lüneburg ist strategisch sinnvoll, der Preis aber eine Enttäuschung. Einmal mehr kämpft die Aktie somit in diesem Jahr mit Gegenwind. Insbesondere solange die Aktie unter der Marke von 20,00 Euro notiert, lassen Anleger weiter die Finger von Vonovia.
Heute, 11:35
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