Unitree-Aktie: 629 Prozent zum Debüt – die Zahlen dahinter
Um 1.100 Yuan (rund 141 Euro) eröffnet die Unitree-Aktie am Mittwoch am Shanghaier STAR Market, dem Technologiesegment der Börse: 629 Prozent über dem Ausgabepreis von 150,80 Yuan (19,30 Euro), Börsenwert rund 445 Milliarden Yuan (rund 57 Milliarden Euro). Im Verlauf rutschte der Kurs unter 900 Yuan (115 Euro).
Der Tag ist mehr als eine Zeichnungsgewinn-Story. Der Bau humanoider Roboter bekommt in Festlandchina erstmals einen öffentlich gebildeten Preis. Wie groß der Andrang war, zeigt die Zuteilung: Auf 9,78 Millionen Zeichner kam eine Quote von 0,018 Prozent – der niedrigste Wert in der Geschichte des STAR Market.
Vom Roboterhund zum Humanoiden
Anders als die meisten Wettbewerber der Branche verdient Unitree wirklich Geld. Das Geschäft begann mit vierbeinigen Robotern: Die Hunde starten bei rund 2.700 Dollar, der Preis bei Boston Dynamics ist um ein Vielfaches höher. Harold Soh von der National University of Singapore sagte: „Technisch nicht deckungsgleich, die Preislücke ist aber real.“ Humanoide Roboter verkauft Unitree seit dem Jahr 2023, das Modell G1 kostet 13.500 Dollar. Im ersten Halbjahr 2026 lieferte Unitree rund 5.900 Humanoide aus – nach Schätzungen des Marktforschers Smart Analytics Global ein Anteil von 31 Prozent an den weltweiten Auslieferungen.
Bei der Neujahrsgala des Staatsfernsehens zeigten G1-Roboter Kampfsport, diese Woche treten Unitree-Maschinen bei den World Humanoid Robot Games in Peking an. Robotik gilt der Regierung als strategische Priorität und als Antwort auf eine alternde Bevölkerung.
Nvidia holt Unitree an Bord
Wie ernst die Branche Unitree nimmt, zeigte sich im Juni. Nvidia stellte in Taipeh ein offenes Referenzdesign für humanoide Forschungsroboter vor und wählte dafür Unitrees H2 Plus als Körper, dazu Jetson-Thor-Rechner und die Software Isaac GR00T als Gehirn. ETH Zürich und Stanford wollen wohl damit arbeiten, geliefert wird ab Ende 2026. Ein Massengeschäft ist das nicht, wohl aber ein Gütesiegel. Direkt beteiligt ist Nvidia nicht: Größter externer Eigner ist Meituan mit 9,65 Prozent, dazu kommen Alibaba, Ant Group, Tencent, Shunwei Capital – der Fonds von Xiaomi-Gründer Lei Jun – und zuletzt DeepSeek.
Der Preis, den der Markt aufruft, ist die andere Hälfte der Geschichte. Zum Eröffnungskurs zahlen Anleger gut das 260-Fache des Vorjahresumsatzes und rund das 1.600-Fache des Vorjahresgewinns; zum Ausgabepreis lag das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 219. Der Massenmarkt lässt auf sich warten. Für Wohnungen fehlen laut Soh noch Batterielaufzeit, Datenschutz und Zuverlässigkeit; zuerst kommen Fabriken und Kliniken.
Unitree liefert der Branche den ersten überprüfbaren Preis - und zeigt, dass an diesem Kurs ein Jahrzehnt Wachstum hängt. DER AKTIONÄR rät bei Nvidia unverändert zum Kauf der Aktie. Natürlich gehört das Papier auch in vielen Depots wie dem AKTIONÄR-Depot oder dem Depot 2030 und Börsenbriefen zum Standard.
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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
Nvidia-Aktien befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
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