Im heutigen Handel kommt es bei Aktien mit KI-Bezug zu Gewinnmitnahmen. Der europäische Technologiesektor-Index sackte am Vormittag um 1,8 Prozent ab, nachdem er zuvor den höchsten Stand seit Juni erreicht und sich damit seinem rund zwei Monate zurückliegenden Rekordhoch angenähert hatte.
Bei den deutschen Werten büßten etwa die Siemens-Energy-Aktien drei Prozent ein, nachdem sie zuletzt noch auf dem höchsten Niveau seit Anfang Juli notiert hatten. Noch deutlicher traf es Chipwerte: Infineon verlor vier Prozent, während die Zulieferer Süss, Aixtron und Siltronic um bis zu sechs Prozent nachgaben.
Bereits zuvor hatte die für den Tech-Sektor richtungsweisende Börse in Südkorea nach dem verlängerten Wochenende die Sektorgewinne vom Vortag nicht mitgemacht, nachdem sich schon am Vorabend die US-Technologiebörse Nasdaq nicht im positiven Bereich hatte halten können. Marktteilnehmer zeigten sich generell überrascht von der bislang guten Börsenentwicklung im August, die der sonst typischen Spätsommer-Saisonalität widerspricht – bei weiterhin gewohnt niedrigen Handelsvolumina.
Belastet wird der Gesamtmarkt zusätzlich von steigenden Ölpreisen und anziehenden Anleiherenditen. Im Technologiesektor bleibt zudem die Sorge im Hintergrund präsent, ob sich die hohen KI-Investitionen am Ende tatsächlich auszahlen werden. Marktbeobachter Stephen Innes verwies erneut auf wachsende Kreditrisiken, da sich Cashflows, Verschuldungsniveaus und Finanzierungskosten derzeit gegenläufig entwickelten. Vor diesem Hintergrund könne es noch Jahre dauern, bis sich zeige, ob die Umsätze schnell genug wachsen, um die aufgebauten Verbindlichkeiten zu decken.
Trotz des heutigen Kursrückgangs und der aufkommenden Sorgen sind die fundamentalen Trends bei Infineon weiter intakt. Die Aktie bleibt damit eine attraktive Möglichkeit, mittel- und langfristig von der Erholung des Halbleitermarkts und dem anhaltenden KI-Boom zu profitieren. Anleger können vorerst investiert bleiben.
Enthält Material von dpa-AFX
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