Die Aktie von Hypoport steht am Mittwoch im frühen Handel klar an der Spitze des SDAX. Anleger das Papier zeitweise rund zehn Prozent nach oben. Auslöser ist ein insgesamt robuster Jahresauftakt im wichtigen Immobilienfinanzierungsgeschäft – und die Hoffnung auf weiteren Rückenwind von der Zinsseite.
Hypoport hat für das erste Quartal über seine Plattform Europace ein Finanzierungsvolumen in der privaten Immobilienfinanzierung von 20,26 Milliarden Euro ausgewiesen. Damit lag das Volumen auf dem Niveau des Vorjahres. Angesichts des weiterhin schwierigen Marktumfelds ist das ein solides Signal. Noch besser: Im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen drei Quartale ergibt sich ein Plus von elf Prozent.
Deutlich schwächer entwickelte sich dagegen das Bauspargeschäft. Hier sank das Transaktionsvolumen im Jahresvergleich um 24 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro. Positiv fiel hingegen der Bereich Ratenkredite auf: Das Volumen legte um 12 Prozent auf 2,08 Milliarden Euro zu.
Mut macht Anlegern zudem, dass Hypoport auf seinen Plattformen Genopace und Finmas weitere Marktanteile hinzugewonnen hat. Vor allem Genossenschaftsbanken und Sparkassen bauten ihre Position auf dem Gesamtmarktplatz aus, während das Vertriebsvolumen privater Banken leicht zurückging. Das zeigt: Hypoport behauptet sich in einem weiterhin anspruchsvollen Umfeld gut.
Im Markt für private Immobilienfinanzierungen dominieren laut dem Unternehmen weiter Käufe von Bestandsimmobilien. Auffällig ist dabei der steigende Anteil von Eigentumswohnungen. Dagegen bleiben Neubaufinanzierungen und energetische Sanierungen trotz Wohnraummangel und politisch gewünschter Wärmewende klar hinter dem notwendigen Niveau zurück.
Auch in angrenzenden Bereichen lief es ordentlich. So konnte Dr. Klein WoWi Digital die Zahl der verwalteten Einheiten deutlich steigern. Zudem verzeichnete WoWi Finanz im ersten Quartal ein höheres Kreditvolumen. Das unterstreicht, dass sich nicht nur das Kerngeschäft stabilisiert, sondern auch weitere Bereiche Fortschritte machen.
Zusätzlichen Rückenwind erhält die Aktie derzeit von der Zinsentwicklung. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen ist wieder unter die Marke von drei Prozent gefallen. Das nährt am Markt die Hoffnung auf sinkende Finanzierungsbelastungen. Für Immobilienwerte und immobiliennahe Finanzdienstleister wie Hypoport ist das grundsätzlich eine gute Nachricht.
Auch das Chartbild hellt sich damit auf. Die wichtige Marke von 80 Euro wurde zurückerobert. Nun rückt die 50-Tage-Linie in den Fokus. Gelingt auch hier der nachhaltige Ausbruch, wäre aus charttechnischer Sicht weiteres Potenzial in Richtung 90 bis 95 Euro vorhanden.
Hypoport liefert einen ordentlichen Start ins neue Jahr. Zwar bleibt das Umfeld herausfordernd und das Bauspargeschäft schwach, doch die stabile Entwicklung bei Europace, Marktanteilsgewinne und die Hoffnung auf sinkende Zinsen sprechen für die Aktie. Anleger können sich Hypoport wieder auf die Watchlist legen.
Heute, 11:14