Die Aktien der Rückversicherer stehen zum Wochenstart unter Druck. Munich Re, Hannover Rück und Swiss Re geben am Montag spürbar nach. Bereits am Freitag mussten sie deutliche Minuszeichen hinnehmen. DER AKTIONÄR zeigt, was hinter der Kursschwäche zum Jahresstart steckt – und ob Anleger jetzt nervös werden müssen.
Hannover Rück und Munich Re zählen am Montag zu den größten Verlierern im DAX. Auch der Schweizer Konkurrent Swiss Re steht zum Wochenstart unter Druck. Belastend wirkt vor allem der zunehmende Preisdruck im Vorfeld der wichtigen Januar-Erneuerungsrunde, in der die Rückversicherungskonditionen neu verhandelt werden.
Analysten verweisen auf erste Anzeichen einer Normalisierung des Marktes. „Nach der außergewöhnlich profitablen Phase von 2023 bis 2025 beschreiben die großen Rückversicherungsmakler die Erneuerungsrunde zum 1. Januar 2026 als eine Abschwächung des bislang harten Marktes“, so die Berenberg-Analysten Michael Christodoulou und Michael Huttner.
Auch Barclays-Analyst Ivan Bokhmat warnt vor deutlich zunehmendem Preisdruck bei den diesjährigen Erneuerungen. Dies berge zusätzliche Risiken für die aktuellen Konsensschätzungen der Branche.
Für langfristig orientierte Anleger ist der aktuelle Rücksetzer kein Grund zur Panik. Zwar erhöht der Preisdruck kurzfristig die Unsicherheit, er kommt aber nicht überraschend. Dass sich der extreme Preisanstieg der vergangenen Jahre nicht unbegrenzt fortschreiben lässt, war absehbar. Experten hatten bereits mehrfach mit einer schwächeren Erneuerungsrunde zum Jahreswechsel gerechnet.
An der grundsätzlichen Ertragsstärke der großen Rückversicherer ändert sich jedoch wenig. Insbesondere Munich Re und Hannover Rück verfügen über starke Bilanzen, diszipliniertes Underwriting und eine attraktive Kapitalrückführung. Beide Titel bleiben daher die Branchenfavoriten. Rücksetzer wie zuletzt sind für Anleger eher ein Anlass nachzukaufen, als vorschnell das Handtuch zu werfen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Munich Re.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Aktien der Hannover Rück befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
05.01.2026, 13:18