Eine aktuelle Studie des Rückversicherungsspezialisten Gallagher Re zeigt, dass die Januar-Erneuerungen der Branche von überraschend kräftigen Preisrückgängen, aber auch breiter Kapazität geprägt waren. Für Anleger stellt sich damit die Frage, wie sich das neue Marktumfeld auf die Aktien von Hannover Rück und Munich Re auswirkt.
Ein Blick auf den Rückversicherungsmarkt zeigt: Der Preiszyklus dreht. Laut einer aktuellen Analyse von Gallagher Re fielen die Preise für US-Property-Cat-Deckungen bei den Januar-Erneuerungen stärker als erwartet.
Hauptgründe waren eine deutlich gestiegene Kapazität sowie eine vergleichsweise ruhige Hurrikan-Saison im Atlantik. Rückversicherer visierten im Schnitt Preisrückgänge zwischen null und zehn Prozent an, in einigen Teilbereichen lagen die Abschläge Gallagher Re zufolge teils sogar bei zehn bis zwanzig Prozent.
Für die deutschen Branchengrößen Hannover Rück und Munich Re ist diese Entwicklung kein Schock. Beide Konzerne haben in den vergangenen Jahren von einem harten Marktumfeld mit hohen Preisen und strikter Zeichnungspolitik profitiert. Entsprechend solide ist die Kapitalbasis.
Die nun einsetzende Marktentspannung sorgt zwar für etwas Gegenwind auf der Preisseite, gleichzeitig bleibt das Umfeld insgesamt gesund. Gallagher Re spricht von ausreichender und flexibler Kapazität sowie verbesserten Vertragsbedingungen.
Zudem zeigt sich: Die Differenzierung nimmt zu. Rückversicherer bewerten Risiken feinteiliger, was gut kapitalisierten und diszipliniert agierenden Anbietern wie Hannover Rück und Munich Re in die Karten spielt. Auch der wachsende Markt für Katastrophenanleihen sorgt für zusätzliche Stabilität im System, ohne klassische Rückversicherer zu verdrängen.
Unterm Strich gilt: Sinkende Preise sind Teil des Zyklus, nicht dessen Ende. Munich Re wie auch Hannover Rück bleiben operativ stark, finanziell robust und strategisch gut positioniert. Bei Munich Re deutet sich auch charttechnisch zudem eine erste Bodenbildung nach dem schwachen Jahresauftakt an.
Hannover Rück und Munich Re bleiben verlässliche Anker für langfristig orientierte Anleger. Für Anleger besteht trotz kurzfristiger Belastungsfaktoren kein Handlungsbedarf. Halten, Geduld bewahren – und auf die langfristige Qualität setzen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Munich Re.
Heute, 07:48