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23.04.2014 Thorsten Küfner

Gazprom: Noch mehr Gas für Europa

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Ungeachtet der Krise in der Ukraine und der anhaltenden Spannungen mit den westlichen Regierungen will sich Russland gegenüber Europa weiterhin als verlässlicher Partner präsentieren. Der habstaatliche Gasriese Gazprom hat nun erklärt, dass man bereit sei, die Lieferungen nach Europa in den kommenden Jahren noch weiter zu erhöhen.

So dürfte die Gasproduktion in Europa in Zukunft zurückgehen. Der Bedarf wird hingegen voraussichtlich weiter steigen. Gazprom erklärte, man könne die zentral- und westeuropäischen Länder über die Ostsee-Pipeline North Stream sowie die geplante Pipeline South Stream mit zusätzlichem gas beliefern. Zudem sei auch angedacht, an der Ostseeküste eine Gasverflüssigungsanlage (LNG) zu errichten, um die wichtigsten Absatzmärkte für Gazprom in Europa auch per Tanker versorgen zu können.

Europa ziert sich

Die westlichen Regierungen wollen jedoch lieber die Abhängigkeit von Russland endlich reduzieren. Im vergangenen Jahr deckte Erdgas aus Russland fast ein Drittel des Bedarfs. Die Alternativen zu Gas aus Russland sind allerdings relativ rar gesät. Ein rascher Ausbau der Erneuerbaren Energien ist nur schwer zu realisieren und ist natürlich mit zahlreichen Problemen verbunden. Verstärkt auf Kohle zu setzen, wäre vor allem sehr umweltschädlich. Und gas aus anderen Regionen herbeizuschaffen – egal ob per Tanker oder noch zu bauender Pipeline – äußerst kostspielig.

Die Ziele vieler Politiker in Zukunft weniger stark von russischen Gasimporten abhängig zu sein, dürften sich in dne nächsten Jahrne wohl kaum erreichen lassen.

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Aktie immer noch ein absolutes Schnäppchen

Ungeachtet aller Risken und Probleme ist die Bewertung der Gazprom-Aktie derzeit eigentlich ein Hohn. Das Unternehmen, das über die weltweit größten Reserven eines strategisch wichtigen Rohstoffs verfügt, notiert noch immer knapp 70 Prozent unter dem Buchwert, das KGV beläuft sich auf gerade einmal 2,7. Mutige, langfristig orientierte Anleger können daher weiterhin zugreifen, für konservative Anleger bleibt der Wert hingegen eher ungeeignet.

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