Heute blickt die Finanzwelt nach Washington. Um 20:00 Uhr deutscher Zeit verkündet die US-Notenbank Fed ihre Zinsentscheidung, eine halbe Stunde später tritt Jerome Powell vor die Presse. Die Erwartungen am Parkett sind eindeutig: Stillstand.
Der Markt rechnet nicht mit Überraschungen. Laut dem FedWatch Tool der CME liegt die Wahrscheinlichkeit für gleichbleibende Zinsen bei rund 97 Prozent. Während die Inflation langsam nachlässt, setzt die Fed auf Geduld. Marktteilnehmer erwarten für das restliche Jahr lediglich zwei Senkungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte.
Trotz der erwarteten Zinspause ist die Nervosität spürbar. Der Grund: Die Ära Powell könnte vorzeitig enden. US-Präsident Donald Trump plant offenbar, noch in dieser Woche einen Nachfolger zu benennen. Powell selbst steht unter erheblichem politischem Druck.
An den Prognosemärkten zeichnet sich bereits ein Favorit ab. Rick Rieder, Fixed-Income-Chef beim weltgrößten Vermögensverwalter BlackRock, gilt derzeit als aussichtsreichster Kandidat für den Chefposten. Auch der ehemalige Fed-Gouverneur Kevin Warsh wird hoch gehandelt.
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Die US-Börsen reagieren bisher gelassen auf die politischen Turbulenzen. Der S&P 500 markierte erst gestern neue Rekordstände. Im Dow Jones zeigt sich hingegen ein gemischtes Bild. Während die Tech-Werte stützen, drückt UnitedHealth den Index. Die Aktie des Krankenversicherers brach zuletzt um fast 20 Prozent ein.
Entsprechend fokussiert dürften Anleger nun auf Powells Wortwahl reagieren. Jeder Hinweis auf den Zeitpunkt der ersten Zinssenkung wird die Kurse bewegen – oder die Rekordjagd des S&P 500 weiter befeuern.
Heute, 15:20