Im Zuge der vereinbarten Waffenruhe im Nahen Osten geht es im heutigen Handel mit den Ölpreisen bergab. dementsprechend sinken auch die Kurse von Energieriesen. Bei ExxonMobil kommen noch andere Faktoren hinzu. Wie das Unternehmen nun mitteilte, fielen im ersten Quartal rund sechs Prozent der Konzernförderung aus.
Hintergrund ist, dass der Krieg große Teile der Energieinfrastruktur am Persischen Golf beeinträchtigt hat. Etwa die Hälfte der Produktionsverluste entfällt dabei auf eine Flüssiggasanlage in Katar, an der Exxon beteiligt ist. Dort wurden zwei LNG-Produktionslinien beschädigt. "Öffentliche Berichte deuten darauf hin, dass die Reparatur der Schäden einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen wird", erklärte Exxon laut Mitteilung. Solange keine Vor-Ort-Inspektion erfolgt sei, lasse sich zudem nicht abschätzen, wann die betroffenen Anlagen wieder vollständig anlaufen können.
Exxon zählt zu den ersten internationalen Ölkonzernen, die konkrete Zahlen zu den Auswirkungen des Konflikts auf ihre Aktivitäten in der Golfregion vorlegen. Üblicherweise stammt etwa ein Fünftel der weltweiten Förderung des Unternehmens aus diesem Gebiet. Zuvor hatte bereits der britische Konkurrent Shell über Einschränkungen in seinem Gasgeschäft berichtet.
Nach aktuellen Einschätzungen aus Katar könnten die Schäden an der LNG-Anlage Einnahmeverluste von rund 20 Milliarden US-Dollar pro Jahr verursachen. Zudem wird damit gerechnet, dass die Instandsetzung bis zu fünf Jahre in Anspruch nehmen könnte. Auch die Ergebnisse im Downstream-Bereich dürften leiden. Exxon rechnet damit, dass das Ergebnis im Segment Energie, das Raffinerie und Handel umfasst, im ersten Quartal um etwa 3,7 Milliarden US-Dollar unter dem Niveau des Vorquartals liegen wird. Grund sind vor allem Preisschwankungen sowie der Zeitpunkt von Lieferungen. Bereinigt um diese Effekte soll der Gewinn je Aktie jedoch über dem Vorquartal liegen.
Für das erste Quartal stellt Exxon zusätzliche Gewinne in Höhe von durchschnittlich rund 2,1 Milliarden US-Dollar in Aussicht, wobei etwa 400 Millionen US-Dollar auf höhere Öl- und Gaspreise zurückzuführen sind. Vorstandschef Darren Woods hat die tägliche Fördermenge in den vergangenen drei Jahren durch Übernahmen und neue Projekte um mehr als 30 Prozent auf knapp fünf Millionen Barrel gesteigert.
Die Exxon-Papiere bleiben maximal eine Halteposition. Die europäischen Konkurrenten wie etwa TotalEnergies, Repsol oder Equinor sind allesamt deutlich günstiger bewertet und strategisch besser aufgestellt.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: ExxonMobil.
Heute, 15:03