Die Nervosität an den Märkten bleibt hoch. Schließlich ist weiterhin nicht absehbar, was im Nahen Osten in den kommenden Tagen geschehen wird. Die USA setzen offenbar nach wie vor auf den Erfolg der Verhandlungen, was die Umsetzung des 15-Punkte-Plans bedeuten würde. Die iranische Führung dementiert aber weiter, dass es derartige Gespräche gibt.
Indes pocht Teheran weiterhin darauf, die Kontrolle über den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus vollständig zu übernehmen. Ein Vertreter des militärischen Zentralkommandos erklärte laut der Nachrichtenagentur Tasnim, dass eine Rückkehr zur bisherigen Lage ausgeschlossen sei: "Es wird geschehen, was wir wollen." Schiffe mit Bezug zu den USA oder Israel dürften die Meerenge demnach nicht mehr passieren. "Die Entscheidung über die Erteilung einer Transitgenehmigung liegt bei uns."
Zugleich unterstrich der Sprecher die zentrale Rolle der Passage für den weltweiten Energiehandel: "Das Feuer unter dem Ölpreis lodert seit einiger Zeit; wie hoch die Flammen schlagen, liegt in unserer Hand." In normalen Zeiten werden etwa 20 Prozent der globalen Öl- und LNG-Transporte über die Straße von Hormus abgewickelt.
Nach Angaben der iranischen UN-Vertretung können Schiffe ohne feindlichen Hintergrund und ohne Unterstützung militärischer Aktionen gegen den Iran die Route weiterhin nutzen – vorausgesetzt, sie erfüllen sämtliche iranischen Sicherheitsauflagen und stimmen ihre Durchfahrt mit den zuständigen Stellen ab.
Die USA drohen indes erneut mit verschärften Angriffen. Laut Regierungssprecherin Karoline Leavitt werde man "härter zuschlagen als je zuvor", sollte der Iran die neue Realität nicht anerkennen. Zudem soll US-Präsident Trump trotz Verhandlungen weiterhin dazu bereit sein, "die Hölle im Iran losbrechen zu lassen".
Die Ölpreise präsentieren sich in dieser aktuell unklaren Nachrichtenlage relativ robust. Da sie im Vergleich zu den vorangegangenen Monaten aber natürlich immer noch auf einem sehr hohen Niveau notieren, sprudeln die Gewinne bei den Energiefirmen wie etwa ExxonMobil oder Equinor weiter. Bei welchen Aktien aus diesem Sektor man nun zugreifen sollte und vieles mehr, erfahren Sie in der neuen Print-Ausgabe 14/26 des AKTIONÄR.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BASF.
Heute, 06:53