Antizyklisch investieren – mit diesen Top-Aktien
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22.07.2017 Andreas Deutsch

Egbert Prior: Meine erste Aktie

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Deutsche Bank

Aller Anfang ist schwer an der Börse – das gilt sowohl für Profis als auch für Amateure. Exklusiv für den AKTIONÄR erinnert sich Egbert Prior, langjähriger Herausgeber der Prior Börse, an sein erstes Investment.

„Im Jahr 1987 studierte ich BWL. Doch von Aktien hatte ich keine Ahnung. Das änderte sich, als mir ein Kommilitone mit dringendster Empfehlung „Kostolanys Börsenseminar“ in die Hand drückte. Ich verschlang das Buch. Von nun an wollte ich nicht mehr ein armer Student sein, sondern durch Spekulieren reich werden.

Ich verinnerlichte Kostolanys Weisheiten, indem ich sein Werk gleich mehrmals las. Wie der Altmeister war ich fortan von der „Dummheit der Masse“ überzeugt und wollte davon profitieren. Der Crash am 19. Oktober 1987 lieferte mir eine Steilvorlage. Gleich am Tag danach eröffnete ich ein Depot und kaufte meine erste Aktie. Eine einzige Deutsche-Bank-Aktie. Denn mehr Geld besaß ich nicht.

Trotzdem wollte ich wie mein Meister mutig und antizyklisch handeln. Tags darauf ging ich erneut zu meiner Sparkassenfiliale, um mich über den neuesten Kurs zu informieren. Erwartungsfroh schaute ich in einen kleinen Schaukasten mit dem Kursaushang für einige wenige Standardwerte. Zu meiner Enttäuschung war der Kurs um weitere 50 Pfennig gefallen, obwohl ich doch mit einer kräftigen Erholung gerechnet hatte. Auch in den nächsten Tagen und Wochen ging es weiter bergab.

Nach einigen Monaten warf ich entnervt das Handtuch und verkaufte mit erheblichem Verlust. Erst dann wendete sich das Blatt und die Aktie der Deutschen Bank hatte sich bald vollständig erholt. Ich dagegen hatte Lehrgeld gezahlt, wie es Kostolany gerne formulierte.“

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