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16.01.2018 Andreas Deutsch

Egbert Prior: Gewinne laufen lassen!

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Er kennt die Börse aus dem Effeff. Die Rede ist von Egbert Prior. Der langjährige Herausgeber der Prior Börse analysiert für Sie seine Favoriten: deutsche Nebenwerte, die noch kaum jemand im Fokus hat. Normalerweise. Lesen Sie seine Analyse.

„Es geht um Isra Vision, den besten Wert im Prior-Depot. 1.134 Prozent in knapp zwei Jahren. Aktueller Kurs 229,50 Euro. Da kann man nicht meckern.

Mal wieder hat Unternehmensgünder Enis Ersü, wie wir es gewohnt sind, seine Prognosen – zumindest leicht – übertroffen. Im Geschäftsjahr 2016/17, das am 30. September endete, hat Isra Vision Umsatz und Gewinn jeweils um elf Prozent auf 143 beziehungsweise 28 Millionen gesteigert. Die Vorsteuermarge blieb mit knackigen 20 Prozent konstant. +

Der Gewinn je Aktie legte sogar überproportional um 17 Prozent auf 4,68 Euro zu. Für das neue Geschäftsjahr 2017/18 stellt CEO Ersü „weiterhin zweistelliges Wachstum bei mindestens stabilen Margen“ in Aussicht. Die Darmstädter sehen sich als weltweit führend in der optischen Qualitätskontrolle von Glas, Metall, Papier, Druck und so weiter.

Die zweite Sparte beschäftigt sich damit, Roboter mit Hilfe „künstlicher Augen“ zu steuern. Unternehmenslenker Ersü erwartet durch „Industrie 4.0“ – Digitalisierung und Vernetzung der Produktion – einen kräftigen Wachstumsschub. Das bisherige Mittelfristziel – 150 Millionen Umsatz – ist nahezu erreicht. Jetzt nimmt Ersü Erlöse jenseits der 200-Millionen-Marke ins Visier.

Beeindruckend ist der track record, in den vergangenen 17 Jahren arbeiteten die Hessen stets profitabel und steigerten den Umsatz um durchschnittlich 25 Prozent im Jahr.

Dabei sind Akquisitionen Teil des Geschäftsmodells. So will sich Isra Zugang zu neuen Technologien und Märkten verschaffen. Nach längerer Zeit ohne Zukauf dürfte es in den nächsten Monaten zu mindestens einem Deal kommen. Grundsätzlich kann sich Vorstandschef Ersü auch vorstellen, einen dicken Fisch (mehr als 100 Millionen Umsatz) zu angeln.

Die Finanzierung dürfte angesichts von 37 Millionen operativem cash flow und komfortabler Eigenkapitalquote (62 Prozent) kein großes Problem darstellen. Mit einem üppigen Auftragsbestand von mehr als 90 Millionen ist Isra gut in das neue Geschäftsjahr gestartet.

Nach der jüngsten Kursrallye hat die Marktkapitalisierung die Schallmauer von einer Milliarde durchbrochen. Ambitioniert, aber keine Mondbewertung. Für den laufenden Turnus taxieren wir das Ergebnis je Aktie auf 5,50 Euro. Das KGV: 42. Noch vertretbar, wenn Sie bedenken, dass Isra auch ein potenzieller Übernahmekandidat ist. Sofern der Preis stimmt, könnte sich Ersü vorstellen, seinen 25-Prozent-Anteil – beispielsweise an einen strategischen Partner – zu verkaufen.

Fazit: Wir lassen die Gewinne laufen!

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