17.04.2020 Martin Mrowka

Dow Jones dank Boeing, JPMorgan und Exxon stark ins Wochenende

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DowJones

Starker Abschluss einer gemischten Woche. Der Dow Jones Industrials schließt mit einem Tagesgewinn von drei Prozent oder gut 700 Punkten. Zur festen Stimmung trugen vor allem Boeing, zwei Öl-Aktien und JPMorgan bei. Hoffnung auf ein mögliches Medikament gegen die Covid-19-Krankheit beflügelte zudem den AKTIONÄR-Depot-Wert Gilead Sciences.

Ermutigende Nachrichten zur Corona-Pandemie mit ihren Folgen für Gesundheit und Wirtschaft haben den New Yorker Aktienmarkt am Freitag ordentlich angetrieben. In den USA gibt es erste zaghafte Schritte in Richtung einer Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Aktivität. Zudem kommt vage Hoffnung auf eine mögliche Behandlung von Corona-Patienten auf durch ein Mittel des US-Biotech-Konzerns Gilead Sciences.

Der Dow Jones Industrial legte zuletzt um 3,0 Prozent auf 24.242 Punkte zu. Damit hat der Leitindex ein Wochenplus von 2,2 Prozent geschafft. Bereits in der vergangenen Woche hatte sich der Dow um fast 13 Prozent erholt.

Charttechnik-Experte Andreas Büchler von Index Radar schließt für den Dow einen weiteren Anstieg in Richtung 25.000 Punkte nicht aus, sieht das aktuelle Kursniveau aber dennoch eher als Verkaufsgelegenheit. Eine vollständige Erholung nach einem scharfen Einbruch wie in den vergangenen Wochen habe es bislang nie gegeben, zog er den Vergleich mit historischen Korrekturen. "Die Vorstellung, dass die Märkte nun wieder zur alten Normalität zurückkehren, ist angesichts bisheriger Crash-Erfahrungen sehr abwegig."

DowJones (ISIN: DE000DB2KFA7)

Der breiter gefasste S&P 500 gewann 2,7 Prozent auf 2.874 Punkte. Dafür hinkte der von Technologie-Aktien dominierte Nasdaq 100 den Standardwerten diesmal mit plus 0,85 Prozent auf 8.832 Punkten hinterher

US-Präsident Donald Trump will die USA mit neuen Richtlinien in der Corona-Krise in drei Phasen auf den Weg zur Normalität zurückführen und die Wirtschaft graduell wieder öffnen. Er gab aber keinen genauen Zeitplan vor und überließ die Entscheidung den Gouverneuren der 50 Bundesstaaten. Eine landesweite Schließung könne keine langfristige Lösung sein, sagte Trump.

Angesichts der Hoffnung auf das Mittel Remdesivir zur Behandlung der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 sprangen die Aktien von Gilead Sciences um fast zehn Prozent hoch. Laut dem Analysehaus RBC signalisieren einige Testdaten des Anti-Virenmittels zwar Potenzial gegen die Lungenerkrankung. Es gebe allerdings eine Menge Unwägbarkeiten, hieß es weiter. Die RBC-Experten sehen den Wirkstoff daher zunächst in erster Linie als bedeutend für das Image des US-Unternehmens und seiner Entwicklungspipeline an, weniger für die Vermarktung.

Mut machen den Anlegern auch Neuigkeiten vom angeschlagenen Flugzeugbauer Boeing. Dieser will die im Zuge der Corona-Krise gestoppte Produktion schon in der nächsten Woche im Bundesstaat Washington wieder anlaufen lassen. Rund 27.000 Beschäftigte sollen laut Boeing die Arbeit wieder aufnehmen. Sogar der noch von einem Flugverbot belegte Typ 737 Max soll wieder montiert werden. Boeing-Aktien sprangen heute um über 14 Prozent nach oben und machten den Verlust vom Vortag mehr als wett.

Die Aktien jener Banken, die in dieser Woche nach Quartalszahlen teils hohe Kursverluste erlitten hatten, schwenkten zum Wochenausklang auf den Erholungspfad. JPMorgan gewannen rund neun Prozent und Citigroup mehr als zwölf Prozent.

Mit Tagesgewinnen von zehn und neun Prozent konnten auch die Öl-Aktien ExxonMobil und Chevron im Dow glänzen. Zudem standen die Aktien von Procter & Gamble nach Quartalszahlen im Blick. Sie gewannen 2,6 Prozent. Der Konsumgüterkonzern überraschte ergebnisseitig positiv. Zudem erwartet der Konzern in der Corona-Krise weiteres Umsatz- und Gewinnwachstum und hält an seiner Gewinnprognose für das bis Ende Juni laufende Gesamtgeschäftsjahr fest.

Schwächster Wert im Dow Jones war neben UnitedHealth die Aktie von Apple. Nach einer frischen Verkaufsempfehlung von Goldman Sachs fielen die iPhone-Aktien um 1,5 Prozent. Die Auswirkungen der Covid-19-Krise auf die Wirtschaft im Allgemeinen und einige Endmärkte von Technologieunternehmen seien beträchtlich, schrieb Analyst Rod Hall und senkte seine iPhone-Absatzprognose für 2021 deutlich.

Um 2,7 Prozent stiegen die Papiere von Uber, obwohl die Coronavirus-Krise für ein Milliarden-Loch in der Bilanz des Fahrdienst-Vermittlers sorgt, wie dieser am Vortag bekannt gab. Die Milliarden-Abschreibungen werden auf Minderheitsanteile fällig, die Uber an anderen Unternehmen hält. Die Jahresprognose wurde zurückgezogen. Anleger hatten offenbar Schlimmeres befürchtet. (Mit Material von dpa-AFX)

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