Die Aktie des Energieriesen BP legt im heutigen Handel kräftig zu. Denn der britische Konzern ist mit deutlich besseren Zahlen ins Jahr gestartet. Der britische Energiekonzern profitierte im ersten Quartal erheblich von den gestiegenen Ölpreisen und steigerte seinen bereinigten Nettogewinn auf rund 3,2 Milliarden Dollar.
Im Vergleich zum Vorjahreswert von etwa 1,4 Milliarden Dollar bedeutet das mehr als eine Verdopplung. Auch die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt nur mit rund 2,6 Milliarden Dollar gerechnet hatten, wurden klar übertroffen. Ein wichtiger Faktor war die höhere Förderung im Golf von Mexiko, mit der BP die Auswirkungen der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten teilweise kompensieren konnte. Zudem profitiert der Konzern davon, dass er in der Region selbst nur begrenzt engagiert ist und daher weniger stark unter Produktionsausfällen leidet als einige Wettbewerber. Bereits zuvor hatte BP von einem "außergewöhnlichen" Handelsumfeld im Ölgeschäft gesprochen.
Die starken Ergebnisse kommen für die neue Konzernchefin Meg O'Neill zum richtigen Zeitpunkt. Sie hatte Anfang April ihr Amt übernommen und erhält durch die aktuelle Entwicklung zusätzlichen Rückenwind. "Unsere Branche agiert in einem Umfeld von Konflikten und Komplexität und spielt eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung der Energieversorgung", sagte O'Neill laut Mitteilung. Gleichzeitig steht sie vor großen Aufgaben: Schulden abbauen, die Organisation effizienter aufstellen und kostspielige Investitionen in klimafreundlichere Projekte teilweise zurückfahren.
Das aktuelle Marktumfeld mit anhaltend hohen Öl- und Gaspreise spielt BP natürlich aktuell voll in die Karten. Allerdings ist der recht einseitige und kurzsichtige Fokus auf Öl und Gas auch vermehrt einigen Aktionären ein Dorn im Auge. Die Dividendentitel bleiben letztlich eine solide Halteposition (Stopp: 4,80 Euro).
Heute, 10:41