Der US-Pharma- und Medizintechnikgigant Johnson & Johnson hat am Dienstag Zahlen für das erste Quartal 2026 vorgelegt, die die Erwartungen der Analysten auf breiter Front übertroffen haben. Neben einem Umsatzplus überzeugt der Konzern mit einer erhöhten Prognose sowie einer erneuten Dividendensteigerung. Reicht das für den Ausbruch auf ein neues Rekordhoch?
Bereinigt verdiente der Dow-Jones-Konzern im ersten Quartal 2,70 Dollar je Aktie. Der Markt hatte im Vorfeld lediglich mit einem Gewinn von 2,66 Dollar gerechnet. Auch beim Umsatz überzeugte das Unternehmen: Mit 24,06 Milliarden Dollar lag Johnson & Johnson über der Konsensschätzung von 23,63 Milliarden Dollar.
Das Management hob daraufhin die Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2026 auf bis zu 11,65 Dollar je Aktie an. Finanzchef Joseph Wolk sprach von einem „wirklich soliden Start“ und betonte, dass der Konzern bewusst Ausgaben für Vertrieb und Marketing vorziehe, um die Markteinführung neuer Präparate zu beschleunigen. Die Aktie notierte rund zwei Stunden vor dem Handelsstart an der Wall Street kaum verändert, nachdem das Papier bereits in den Vorwochen stark gelaufen war.
Blockbuster-Potenzial in der Pipeline
Wachstumstreiber bleibt die Pharmasparte, die mit Zulassungen wie dem Immunologie-Medikament Icotrokinra (ICOTYDE) neue Standards setzt. Zudem trieben zweistellige Zuwächse bei Krebsmedikamenten das Wachstum an und halfen dabei, die Umsatzeinbußen beim bisherigen Top-Seller Stelara überraschend gut abzufedern. Die Therapie ICOTYDE hat das Potenzial, als erste Tablette den bisherigen Standard bei der Behandlung der chronischen Hauterkrankung Plaque-Psoriasis grundlegend zu verändern.
Gleichzeitig überzeugt die MedTech-Sparte durch steigende Eingriffszahlen weltweit, was den Umsatz im Jahr 2025 bereits auf 94,2 Milliarden Dollar getrieben hatte. Zusätzliche Impulse lieferte das kürzlich übernommene Medikament Caplyta zur Behandlung von Schizophrenie, das die Diversifizierung des Portfolios weiter vorantreibt. Der freie Cashflow von zuletzt 19,7 Milliarden Dollar sichert die finanzielle Flexibilität für weitere Zukäufe und die Forschung.
Ein Fels in der Brandung
Johnson & Johnson untermauert mit einer Anhebung der Quartalsdividende auf 1,34 Dollar seinen Status als Dividendenkönig. Es ist die 64. Erhöhung in Folge. Damit gehört der Konzern zum exklusiven Kreis von weniger als 60 Unternehmen weltweit, die ihre Ausschüttung seit über fünf Jahrzehnten steigern. Ein AAA-Rating bescheinigt zudem eine Kreditwürdigkeit, die global neben Johnson & Johnson nur Microsoft erreicht. Die aktuelle Dividendenrendite liegt bei 2,1 Prozent.
Der Blick auf den Chart zeigt eine gesunde Konsolidierung auf hohem Niveau, die nun seit etwa einem Monat anhält. Die Aktie notiert aktuell bei rund 238 Dollar und damit nahe an der 50-Tage-Linie, die derzeit bei 240 Dollar verläuft. Verteidigt das Papier diese Marke, ist der Weg zum Rekordhoch vom 2. März bei 251,71 Dollar frei.
Johnson & Johnson liefert verlässliche Ergebnisse und bleibt ein defensiver Anker für jedes Depot. Die Kombination aus starken Quartalszahlen, der Prognoseerhöhung und der historischen Dividendenkontinuität überzeugt auf ganzer Linie. Die Aktie bleibt kaufenswert.
Heute, 13:45