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Dividendenaktie Nestlé: Das klingt nicht gut....

Dividendenaktie Nestlé: Das klingt nicht gut....
Foto: iStockphoto
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Thorsten Küfner Heute, 13:28 Thorsten Küfner
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Nestlé droht in Russland der Verlust der Kontrolle über das dortige Geschäft. Wie die russische Wirtschaftszeitung "Kommersant" am Montag meldete, hat das russische Unternehmen KS Logistika Präsident Wladimir Putin darum ersucht, fünf Nestlé-Tochtergesellschaften in Russland unter eine vorläufige Verwaltung zu stellen.

Ein solcher Schritt könnte nach Einschätzung der Zeitung der Auftakt zu einem späteren Wechsel der Eigentümerschaft sein. Bis zum Jahresende will die russische Regierung über den Antrag entscheiden. Als Begründung führt KS Logistika unter anderem an, dass Nestlé weder seine Produktionskapazitäten erweitere noch weiterhin in Russland gefertigte Produkte ins Ausland verkaufe.

Ein Nestlé-Sprecher erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AWP, bislang habe keine Kontaktaufnahme durch russische Behörden stattgefunden. Fabriken und Büros liefen normal weiter, der Konzern komme seinen Verpflichtungen nach. Von einem Rückzug aus Russland sei aktuell keine Rede.

In den vergangenen Jahren hat Russland die Bedingungen für ausländische Unternehmen zunehmend verschärft und dabei verschiedene Mechanismen etabliert, um stärkeren Einfluss auf deren Geschäftstätigkeit ausüben zu können.

Nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022 hatte sich Nestlé gegen einen kompletten Rückzug aus Russland entschieden. Als Begründung verwies der Konzern damals darauf, als Lebensmittelhersteller auch in Krisenregionen die Grundversorgung der Bevölkerung sicherstellen zu wollen. Neben Nestlé sind auch andere westliche Konsumgüterhersteller weiterhin vor Ort aktiv, darunter Barry Callebaut, L'Oréal und Beiersdorf.

Bei der US-Bank JPMorgan hält man einen Verlust des russischen Geschäfts mittlerweile für ein realistisches Szenario. Käme es zu einem erzwungenen Verkauf mit nur minimalem Erlös, könnte dies das Ergebnis je Aktie den Analysten zufolge um etwa drei bis vier Prozent belasten.

Mehrere Leidgenossen

Zudem geht JPMorgan davon aus, dass sich der Druck auf Nestlé erhöhen dürfte, sich vollständig aus Russland zurückzuziehen. Vergleichbare Fälle gab es bereits: Der französische Lebensmittelkonzern Danone musste 2023 die Kontrolle über sein Russland-Geschäft abgeben, nachdem die dortigen Behörden eine vorübergehende staatliche Verwaltung angeordnet hatten. 2024 veräußerte Danone das Geschäft schließlich für etwa 180 Millionen Euro und musste dabei einen Gesamtverlust von 1,2 Milliarden Euro verkraften. Auch der dänische Brauereikonzern Carlsberg erlebte ein ähnliches Schicksal: Sein Russland-Geschäft wurde ebenfalls 2023 unter staatliche Aufsicht gestellt. Ende 2024 zog sich Carlsberg im Rahmen eines Management-Buyouts für 320 Millionen Dollar endgültig zurück. Der niederländische Brauereikonzern Heineken wiederum trennte sich von seiner russischen Tochtergesellschaft für den symbolischen Betrag von einem Euro und verzeichnete dabei einen Verlust von insgesamt 300 Millionen Euro.

Nestlé (WKN: A0Q4DC)

Nach Angaben des Unternehmenssprechers macht das Russland-Geschäft rund zwei Prozent des Nestlé-Umsatzes aus. Ein Verlust der Einheit wäre zwar kein Beinbruch, aber durchaus ärgerlich. Das Chartbild bleibt eher trüb. Solange das Vertrauen der Investoren in eine nachhaltige Trendwende des Unternehmens nicht zurückkehrt, sollten Anleger weiterhin die Finger von der Aktie lassen.

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