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05.06.2020 Marion Schlegel

Deutsche Wohnen kickt Lufthansa aus dem DAX – die Details

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Deutsche Wohnen

Die anstehenden Index-Änderungen in der DAX-Familie haben am Freitag bereits vorbörslich für kräftige Kursbewegungen gesorgt. Aktien der vor dem DAX-Abstieg stehenden Lufthansa rutschten auf der Handelsplattform Tradegate zuletzt um knapp vier Prozent im Vergleich zu ihrem Xetra-Schluss ab. Zusätzlich strich die Investmentbank Bernstein ihre Empfehlung. Die Airline werde bis mindestens 2023 mit der Reparatur ihrer Bilanz zu tun haben, erklärte Analyst Daniel Roeska.

Deutsche Wohnen (WKN: A0HN5C)

Nach ihrem Kurseinbruch in der Corona-Krise müssen die Papiere nach über 30-jähriger Zugehörigkeit den deutschen Leitindex verlassen. Zum 22. Juni tauscht die Lufthansa die Plätze mit Noch-MDAX-Mitglied Deutsche Wohnen. Die Aktien des Berliner Immobilienkonzerns waren deshalb vorbörslich äußerst gefragt und verteuerten sich zuletzt bei Tradegate um etwa sechs Prozent. Zeitweise waren sie um mehr als 15 Prozent angesprungen.

Die Bundeshauptstadt bekommt mit dem Aufstieg der Deutschen Wohnen 14 Jahre nach der Schering-Übernahme durch Bayer wieder einen DAX-Konzern. Das Unternehmen ist mit bundesweit 160.000 Wohnungen der zweitgrößte private Vermieter in der Republik. Für diesen Freitag hat Deutsche Wohnen die Aktionäre zur Hauptversammlung geladen. Der größte deutsche Vermieter, die Bochumer Vonovia, ist seit fünf Jahren im DAX.

Die Index-Änderungen sind maßgeblich vor allem für Fonds, die Indizes exakt nachbilden. Dort muss dann entsprechend umgeschichtet werden, was Einfluss auf die Kurse haben kann.

Die Aktie der Deutschen Wohnen hat sich in den vergangenen Wochen bereits extrem stark entwickelt. Das Papier nimmt nun Kurs auf das Allzeithoch, das bei 44,83 Euro markiert wurde. Anleger können das Papier halten. DER AKTIONÄR favorisiert allerdings weiter Vonovia, da das Unternehmen aufgrund der Größe noch reichlich internes Wachstumspotenzial hat und zudem nicht so stark auf Berlin fokussiert ist, wo der politische Gegenwind immens ist.

Hinweis auf Interessenkonflikte gemäß §34b WpHG: Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Deutsche Lufthansa.