31.05.2019 Marion Schlegel

Deutsche Telekom im Zeichen der Mega-Fusion: Jetzt kommt auch Amazon ins Spiel

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Im Ringen um die Übernahme des US-Telekom-Konzerns Sprint durch die Telekom-Tochter T-Mobile US sollen diese Kreisen zufolge die Grundlage für einen vierten Wettbewerber schaffen. Dieser solle das Netzwerk des neuen Unternehmens nutzen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person. So solle sichergestellt werden, dass nach dem Zusammenschluss weiterhin vier Mobilfunkanbieter in den USA existieren. T-Mobile US und Sprint sind unter den wichtigsten Mobilfunkanbietern derzeit Nummer drei und vier.

Bloomberg berichtete zudem weiter, dass T-Mobile US und Sprint wohl erwägen einige Mobilfunkfrequenzen abzustoßen. Die Konzerne sollen darüber nachdenken, die Funkwellen an die Regierung zu verkaufen, so Bloomberg. Diese könne die Frequenzen dann an einen vierten Mobilfunkanbieter veräußern. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat daran wohl auch Amazon Interesse. Amazon hat wohl aber auch auf die Prepaid-Marke Boost, ein Tochterunternehmen von Sprint, ein Auge geworfen. Boost soll im Zuge der Fusion abgespalten werden.

Ein Zusammengehen von T-Mobile US und Sprint war in den vergangenen Jahren bereits mehrfach an Wettbewerbs-Bedenken gescheitert. Vor gut einem Jahr hatte sich die Telekom nach langem Ringen mit dem Sprint-Haupteigner Softbank auf die Modalitäten eines Zusammengehens geeinigt. Mit der Fusion wollen die beiden kleineren Anbieter früheren Angaben zufolge am US-Mobilfunkmarkt jährlich über sechs Milliarden Dollar an Kosten sparen. Mit dann rund 130 Millionen Mobilfunkkunden wollen sie sich zu einem mächtigen Gegenspieler für die beiden Platzhirsche Verizon und AT&T mausern.

Die Entwicklungen zeigen, dass der Verkauf von Boost wohl keine Probleme bereiten wird – es gibt ausreichend Interessenten. Dennoch bleibt offen, ob das Justizministerium der Fusion zustimmen wird. Für die Aktie der Deutschen Telekom wäre eine Genehmigung von Vorteil. Dann könnte es bei der Dividendenperle zum charttechnischen Ausbruch kommen. Anleger bleiben dabei.

(Mit Material von dpa-AFX)

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Deutsche Telekom.