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11.05.2020 Fabian Strebin

Deutsche Bank: Doch Probleme beim Umbau?

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Deutsche Bank

Die Deutsche Bank schien bisher weniger getroffen von den Auswirkungen des Corona-Virus als viele Konkurrenten. Zumindest legen das die Zahlen zum ersten Quartal bis Ende März nahe. Statt eines erwarteten Verlusts konnte ein – wenn auch kleiner – Gewinn eingefahren werden. Die Risikovorsorge stieg weniger stark als anderswo. Aber Altlasten, die Teil des laufenden Umbaus sind, könnten nun zum Problem werden.

Nach verschiedenen Medienberichten hat die Deutsche Bank Probleme beim Run-off ihrer Abbaueinheit. Letzten Sommer startete die sogenannte „Capital Release Unit“ mit einem Volumen von 74 Milliarden Euro. Enthalten sind problematische Kredite und vor allem hochkomplexe Derivate. Stand Ende März belief sich die Höhe der Abbaueinheit noch auf 44 Milliarden Euro. Aber nun sind wegen der Corona-Krise viele Papiere unverkäuflich geworden, da die entsprechenden Märkte illiquide sind.


Die Deutsche Bank glaubt weiterhin daran, dass bis Jahresende 2022 die Mehrheit der Papiere verkauft werden kann. Es gebe nach wie vor Interesse von Käufern. Die oft toxischen Wertpapiere sollen verkauft werden, um das Eigenkapital der Bank zu stärken. Denn die Assets müssen mit Kapital unterlegt werden, solange sie in der Bilanz stecken. Können die Vermögenswerte nicht zu den angenommenen Preisen verkauft werden, müsste die Bank höhere Abschläge oder Verluste hinnehmen.

Insider sagten gegenüber dem Handelsblatt, dass bereits einfachere Transaktionen abgeschlossen wurden, um die Abbaueinheit herunterzufahren. Nun sollten aber komplexere Papiere wie Zins-Swaps, Optionen oder Hypothekenpapiere verkauft werden. Einige hätten Laufzeiten von 30 Jahren und waren bereits in der 2012 gegründeten "Bad Bank" des Instituts, die 2016 geschlossen wurde. Somit habe die Deutsche Bank acht Jahre lang erfolglos versucht die Papiere zu verkaufen.


Die Aktie der Deutschen Bank notiert heute stabil über der Marke von 6,50 Euro. Wie der Run-off der Abbaueinheit seit der Corona-Krise läuft, lässt sich nicht einsehen. Klar ist, je länger der Ausnahmezustand dauert und Märkte eingefroren sind, umso schwieriger wird es für die Deutsche Bank den Umbau zu den veranschlagten Kosten von mehr als sieben Milliarden Euro durchzuführen.

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