11.07.2019 Leon Müller

Deutsche Bank-Aktie: Jetzt auch das noch

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Deutsche Bank
Trendthema

Die Deutsche Bank kommt nicht zur Ruhe. Mitten in die radikalen Umbaupläne von Vorstandschef Christian Sewing platzt eine Meldung der US-amerikanischen Wirtschaftszeitung Wall Street Journal. Diesem zufolge könnte das gemessen an der Bilanzsumme größte deutsche Bankhaus in einen der größten Finanzskandale der jüngeren Vergangenheit verwickelt sein. Die Reaktion der Deutschen Bank fällt wie erwartet aus. Was heißt das jetzt für die Aktie?

Im Skandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB ermitteln US-Behörden laut einem Zeitungsbericht auch gegen die Deutsche Bank . Das US-Justizministerium prüfe, ob der Finanzkonzern bei seiner Arbeit für den Fonds gegen Korruptions- und Geldwäschegesetze verstoßen habe, schrieb das Wall Street Journal am Mittwochabend (Ortszeit) unter Berufung auf Insider. Bislang steht vor allem die US-Bank Goldman Sachs wegen ihrer Rolle bei der Affäre unter Druck.

"Die Deutsche Bank hat bei allen Anfragen von Regulierungs- und Justizbehörden in Verbindung mit 1MDB vollumfänglich kooperiert", erklärte ein Unternehmenssprecher in New York. Das Justizministerium habe in Unterlagen zu dem Fall befunden, dass 1MDB "erhebliche Falschdarstellungen" gegenüber der Deutschen Bank gemacht habe. Dies decke sich mit den eigenen Erkenntnissen. Das Justizministerium wollte eine Anfrage zu dem Bericht nicht kommentieren.

Der 1MDB-Fonds, aus dem Geld verschwunden und an malaysische Regierungsmitglieder zurückgeflossen sein soll, war 2009 zur Wirtschaftsförderung des Landes eingerichtet worden. Wegen Betrugs- und Geldwäscheverdachts laufen jedoch schon länger weltweite Ermittlungen unter Leitung des US-Justizministeriums. Im Zentrum des Skandals stand bislang vor allem Goldman Sachs, Malaysia forderte bereits Milliardenbußgelder und Gefängnisstrafen für Ex-Mitarbeiter.

Laut Wall Street Journal half die Deutsche Bank 1MDB unter anderem 2014 - als es bereits erste Bedenken gegenüber dem Fonds gab -, eine Finanzierung über 1,2 Milliarden Dollar zu besorgen. Zudem soll eine Mitarbeiterin, die zunächst bei Goldman mit 1MDB arbeitete, später auch bei der Deutschen Bank mit dem Fonds zu tun gehabt haben. Sie verließ die Bank angeblich 2018, nachdem diese von Nachrichten zwischen ihr und dem Hauptbeschuldigten in der 1MDB-Affäre erfahren hatte.

Deutsche Bank (WKN: 514000)

Die Deutsche Bank kommt nicht zur Ruhe. Die Nachricht über die Verwicklung in einen weiteren Skandal passt da fast schon ins ramponierte Bild. Zudem: Die Umbaupläne können am Markt nicht überzeugen. Auch den AKTIONÄR nicht. Die Gründe und eine ausführliche Einschätzung zur Deutschen Bank lesen Sie in der neuen Ausgabe (29/2019) – hier geht’s zum E-Paper.

Mit Material von dpa-AFX