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Deutsche Bank: Sewing schraubt die Erwartungen hoch

Deutsche Bank: Sewing schraubt die Erwartungen hoch
Foto: Arne Dedert/picture alliance/dpa
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Michael Herrmann Heute, 16:16 Michael Herrmann

Die Deutsche Bank sieht bei ihren Renditezielen weiteres Potenzial. Vorstandschef Christian Sewing will den Konzern mithilfe von Künstlicher Intelligenz effizienter machen und die Kosten weiter drücken. Für Anleger klingt das zunächst vielversprechend – doch die Aktie ist derzeit keine laufende Empfehlung des AKTIONÄR mehr.

Das Wichtigste kurz und knapp

• Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing sieht beim Sparprogramm von zwei Milliarden Euro noch größeres Potenzial.

• Ein wichtiger Hebel ist Künstliche Intelligenz.

• Das Renditeziel von 13 Prozent bezeichnet Sewing nur noch als Untergrenze.

Im Vorfeld der Hauptversammlung am 28. Mai hat die Deutsche Bank einen optimistischen Ausblick auf ihre operative Entwicklung gegeben. Konzernchef Christian Sewing sieht beim geplanten Sparprogramm offenbar mehr Spielraum als bislang erwartet. Nach dem ersten Quartal erkenne man „noch größeres Potenzial“, sagte Sewing laut vorab veröffentlichter Rede.

Ein wichtiger Hebel ist dabei Künstliche Intelligenz. Die Bank will im operativen Geschäft zwei Milliarden Euro einsparen. Der technologische Fortschritt helfe dabei deutlich. Gerade im Bereich KI übertreffe das Tempo die Erwartungen, so Sewing.

Die Deutsche Bank setzt KI nicht nur zur Kostensenkung ein, sondern auch zur Verbesserung des Kundengeschäfts. Im Privatkundensegment arbeitet das Institut an einem digitalen Banking-Assistenten. Dieser soll Fragen rund um Mobile- und Online-Banking schnell, verlässlich und kontextbezogen beantworten.

Auch im Kreditgeschäft sieht Sewing großes Potenzial. Im Mittelstand könne die Zeit vom Erstkontakt bis zur Auszahlung eines Kredits um bis zu 95 Prozent verkürzt werden. In der Baufinanzierung will die Deutsche Bank die Bearbeitungsdauer bis 2028 um 60 Prozent senken – mit dem Ziel, möglichst sofortige Entscheidungen zu ermöglichen.

Zusätzlich soll KI bei Kredit- und Compliance-Prüfungen helfen. Damit könnte die Bank interne Abläufe beschleunigen und gleichzeitig Berater entlasten, die sich stärker auf komplexere Finanzfragen konzentrieren sollen.

Besonders interessant für Anleger: Sewing traut der Deutschen Bank offenbar mehr zu als bislang kommuniziert. Eine Eigenkapitalrendite von 13 Prozent sei für den Konzern „die Untergrenze“. Man traue sich „deutlich mehr“ zu.

Die Deutsche Bank hatte zuletzt einen Vorsteuergewinn von 9,7 Milliarden Euro erzielt und ihre Ziele angehoben. Bis 2028 sollen die Erträge von gut 32 Milliarden Euro auf 37 Milliarden Euro steigen. Die Rendite auf das materielle Eigenkapital lag zuletzt bei gut zehn Prozent.

Der Einsatz von KI ist in der Branche längst ein zentrales Thema. Auch die Commerzbank setzt beim geplanten Abbau von rund 3.000 Stellen auf technologische Effizienzgewinne.

Deutsche Bank (WKN: 514000)

Operativ bleibt die Deutsche Bank auf Kurs. Die Aussagen von Christian Sewing zeigen, dass der Konzern beim Thema Effizienz und Rendite noch mehr erreichen will. KI könnte dabei ein wichtiger Treiber werden. Für die Aktie gilt dennoch: Sie ist aktuell keine laufende Empfehlung des AKTIONÄR, nachdem die Position zwischenzeitlich ausgestoppt wurde. Anleger beobachten den Titel daher zunächst von der Seitenlinie.

Was macht die Deutsche Bank?

Die Deutsche Bank ist Deutschlands größtes Geldhaus und bietet Dienstleistungen im Privatkundengeschäft, Firmenkundengeschäft, Investmentbanking sowie in der Vermögensverwaltung an.

Wovon hängt die Entwicklung der Deutsche-Bank-Aktie ab?

Wichtige Faktoren sind Zinsentwicklung, Kapitalmarktumfeld, Kostenkontrolle, Kreditrisiken, Regulierung und die Fortschritte bei Rendite- und Wachstumszielen.

Zahlt die Deutsche Bank Dividende?

Ja, die Deutsche Bank schüttet grundsätzlich eine Dividende aus. Die Höhe hängt vom Gewinn, der Kapitalausstattung und der Ausschüttungspolitik des Konzerns ab.

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