Der DAX hat am Freitag seine Verluste ausgeweitet. Schwache Konjunktursignale aus Frankreich, hohe Ölpreise und neue Zweifel am KI-Boom belasteten die Stimmung an den Börsen. Zum Handelsende verlor der deutsche Leitindex 0,75 Prozent auf 25.181 Punkte. Damit rutschte er wieder unter seine 21-Tage-Linie. Auf Wochensicht steht ein Minus von 1,7 Prozent zu Buche.
Die Stimmung in der Eurozone hat sich im Oktober überraschend deutlich eingetrübt. Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global signalisiert wachsenden Druck durch die Inflation und die Unsicherheit rund um den französischen Staatshaushalt. Auch die Proteste in Frankreich drohen die Wirtschaft zusätzlich zu belasten.
Gleichzeitig bleiben die hohen Ölpreise ein Problem. Sie schüren Inflationssorgen und erschweren den Notenbanken mögliche Zinssenkungen. An der Wall Street kamen erneut Zweifel an den milliardenschweren Investitionen in Künstliche Intelligenz hinzu. Der Nasdaq 100 stabilisierte sich zwar zunächst nach seinem kräftigen Rücksetzer am Vortag, Entwarnung gab es aber nicht. Der Dow Jones verlor zum europäischen Handelsschluss rund ein Prozent.
MTU und Telekom unter den größten Verlierern
Im DAX gerieten mehrere Einzelwerte deutlich unter Druck. MTU Aero Engines büßten 4,8 Prozent ein und bildeten damit das Schlusslicht. Belastend wirkten durchwachsene Ergebnisse des französischen Triebwerksbauers Safran.
Auch die Deutsche Telekom verlor 3,2 Prozent. Neue Sorgen vor einer stärkeren Konkurrenz durch SpaceX machten die Gewinne des Vortags zunichte. Infineon gaben 2,4 Prozent nach. Adidas verloren 0,9 Prozent, nachdem der US-Wettbewerber Deckers Outdoor seinen Ausblick gesenkt hatte.
Heidelberg Materials und Beiersdorf stark
Auf der Gewinnerseite standen dagegen Heidelberg Materials und Beiersdorf. Die Aktien legten um 1,7 beziehungsweise 2,4 Prozent zu. Rückenwind lieferten überzeugende Quartalsberichte der Konkurrenten Holcim und L'Oréal.
Evonik verteuerten sich um 2,7 Prozent auf 21,26 Euro. Laut einem Bloomberg-Bericht soll BASF sein Übernahmeangebot auf rund 24 Euro je Aktie nachgebessert haben. Zuvor waren 22,15 Euro im Gespräch gewesen. Die BASF-Aktie reagierte kaum.
Bei Munich Re verpuffte unterdessen die Anhebung des Jahresgewinnziels nach einem starken dritten Quartal weitgehend. Nach der Rally der vergangenen Monate hielten sich die Anleger zurück. Seit Juni hat die Aktie bereits fast 28 Prozent zugelegt.
Atoss bricht ein – SGL Carbon legt zu
Im SDAX geriet Atoss Software massiv unter Druck. Die Aktie verlor neun Prozent. Zwar hob der Softwareanbieter seinen Margenausblick an, beim Umsatz rechnet das Unternehmen nun aber eher mit dem unteren Ende der Prognosespanne. Anleger nutzten den bisherigen Kursanstieg für Gewinnmitnahmen.
SGL Carbon stiegen dagegen um 2,5 Prozent. Der Verkauf eines ehemaligen US-Standorts und die angehobene Prognose für den freien Barmittelzufluss kamen am Markt gut an.
VW plant weiteren Stellenabbau
Auch Volkswagen bleibt unter Druck, die Kosten zu senken. Der Autobauer will in den anstehenden Tarifverhandlungen über Transfergesellschaften sprechen, um den Abbau von Stellen voranzutreiben. Der Vorstand plant bis 2030 weltweit rund 50.000 Stellen zu streichen. Davon entfallen nach Unternehmensangaben weitere 12.000 auf zusätzliche Maßnahmen. Die IG Metall lehnt den Vorstoß ab und spricht von Wortbruch.
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