Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigt sich bereit, die aktuellen Frontlinien im Ukraine-Krieg einzufrieren. Gleichzeitig fordert er Sicherheitsgarantien von den USA und Europa. Neue Gespräche zwischen Washington, Moskau und Kiew könnten im November folgen. Doch die russischen Angriffe gehen weiter.
„Ja, wir müssen jetzt die Frontlinien einfrieren“, sagte Selenskyj im Gespräch mit dem US-Sender Fox News. Dies sei ein realistischer Weg, um den Krieg zu beenden. Eine Waffenruhe entlang der derzeitigen Front sei das „absolute Minimum“, das die Ukraine von Russland fordere.
Anschließend wolle sich Selenskyj an US-Präsident Donald Trump und die Europäer wenden, um Sicherheitsgarantien zu erhalten. Denkbar wären Schutzversprechen nach dem Vorbild von Artikel 5 des Nato-Vertrags. Dieser sieht im Bündnisfall die Unterstützung der Mitgliedstaaten vor. Konkrete Zusagen liegen bislang jedoch nicht vor.
Kreml signalisiert Gesprächsbereitschaft
Die Position Kiews ist nicht neu. Russland lehnt ein Einfrieren der Front bislang ab. Moskau argumentiert, eine Waffenruhe würde der Ukraine lediglich Zeit geben, ihre Streitkräfte wieder aufzurüsten.
Gleichzeitig gibt es Bewegung auf diplomatischer Ebene. US-Sondergesandter Steve Witkoff überbrachte Kremlchef Wladimir Putin am Mittwoch in St. Petersburg neue Vorschläge zur Beendigung des Krieges. Anschließend soll er die ukrainische Führung und die Europäer über die Ergebnisse informieren.
Nach Angaben des Kremls ist Russland bereit, die dreiseitigen Gespräche mit den USA und der Ukraine im November fortzusetzen. Als möglicher Zeitraum gilt die Zeit nach dem 10. November, als möglicher Gesprächsort wurde Abu Dhabi genannt.
Neue Angriffe belasten Friedenshoffnungen
Von einer Einigung ist derweil noch keine Rede. In der Nacht zum Donnerstag griff Russland die ukrainische Hauptstadt Kiew mit ballistischen Raketen an. Herabfallende Trümmer beschädigten mehrere Wohnhäuser und eine Tankstelle. Nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko wurden mindestens fünf Menschen verletzt.
Damit bleibt die Lage angespannt. Zwar gibt es neue diplomatische Initiativen, doch ein belastbarer Waffenstillstand ist bislang nicht in Sicht. Entscheidend wird sein, ob Moskau einem Einfrieren der Frontlinien zustimmt und welche Sicherheitsgarantien die Ukraine im Gegenzug erhalten könnte.
An der Börse reagieren die Anleger gelassen auf die Nachricht. Die Friedensbemühungen müssen sich erst bewahrheiten. Die Rheinmetall-Aktie notiert nahezu unverändert und bleibt ein Kauf. Eine ausführliche Analyse zum Düsseldorfer DAX-Konzern lesen Sie hier.
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