Lam‑Research‑Aktie: Rekord, aber 7,2 Prozent Minus – warum?

Lam‑Research‑Aktie: Rekord, aber 7,2 Prozent Minus – warum?
Foto: Lam Research
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Ingo Nix Heute, 07:35 ‧ Ingo Nix
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Lam Research hat im Septemberquartal so viel umgesetzt und verdient wie nie zuvor – und trotzdem fiel die Aktie nachbörslich um 7,2 Prozent auf 242,00 Dollar. Der Grund steht im Ausblick: Das China-Geschäft schrumpft im Dezemberquartal deutlich. Für deutsche Chipausrüster wie Süss MicroTec und Aixtron sendet der US-Konzern dennoch ein wichtiges Signal.

Lam-Research-Zahlen: Was hinter dem Rekord steckt

Der Umsatz stieg auf 8,22 Milliarden Dollar, ein Plus von 54 Prozent zum Vorjahr. Gewinn und Marge erreichten Rekordwerte, der Gewinn je Aktie lag knapp über den Erwartungen. Treiber sind die KI-Rechenzentren: Speicherhersteller rüsten ihre Fabriken für High-Bandwidth-Memory auf, also gestapelte Speicherchips für KI-Beschleuniger. Lams Anlagengeschäft mit dieser Kundengruppe hat sich binnen eines Jahres mehr als verdoppelt.

Die Kehrseite: 35 Prozent des Umsatzes kamen aus China, nach 26 Prozent im Vorquartal. Finanzchef Doug Bettinger erwartet dort im Dezemberquartal einen deutlich geringeren Anteil, vor allem bei chinesischen Chipherstellern. Lam stellt 8,6 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht – und bremst sich selbst: Engpässe bei Bauteilen und Reinraumflächen begrenzen die Auslieferungen. 

Europa trägt bei Lam nur vier Prozent zum Umsatz bei, die Botschaft reicht trotzdem bis Garching und Herzogenrath. Süss MicroTec baut Anlagen für die Fertigung von Hochleistungsspeichern und KI-Chipmodulen – genau das Feld, das bei Lam boomt. Aixtron, wie Lam ein Spezialist für Abscheideanlagen, hat mit vorläufig 275 Millionen Euro Auftragseingang im dritten Quartal die Erwartungen bereits deutlich übertroffen. Lams Zahlen zeigen: Der Investitionszyklus läuft, der Engpass liegt in der Fertigung, nicht in der Nachfrage.

Lam Research (WKN: A40L1V)

Die Aktie schloss gestern bei 260,81 Dollar, 40,5 Prozent unter dem Rekordhoch von 438,50 Dollar. Schon vor den Zahlen ist sie unter die 200-Tage-Linie gerutscht. Unterstützung bietet der Bereich um 240 Dollar, wo der nachbörsliche Abverkauf stoppte. Ein Schlusskurs unter 240 Dollar würde den Abwärtstrend seit Juli bestätigen, erst die Rückkehr über die 200-Tage-Linie bei 283 Dollar würde das Bild wieder aufhellen.  

DER AKTIONÄR bleibt bei seiner laufenden Empfehlung. Nächster Termin bei Lam ist die Hauptversammlung am 3. November 2026.

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