22.08.2019 Jochen Kauper

Daimler: Hohe Investitionen in Elektromobilität und einem schwieriges Marktumfeld – ist die Dividende in Gefahr?

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Daimler
Trendthema

In den letzten Tagen gab es mehrere gute News von Daimler: Der Autobauer stellte das zweite Auto aus seiner Elektro-Baureihe EQ, den EQV vor. Darüber hinaus waren die Absatzzahlen in China stabil. Entwarnung für die Aktie?

Daimler setzt mit dem zweiten Auto aus seiner Elektro-Baureihe EQ auf das Van-Segment. Der Mercedes-Benz EQV, den der Autobauer am Dienstag in Sindelfingen bei Stuttgart präsentierte, ist die Batterie-Variante der V-Klasse, einer Art Minibus mit bis zu acht Plätzen

Ausgeliefert wird das Modell Anfang 2020. In Barcelona drehte der EQV schon fleißig seine Runden.

Mercedes-Benz EQV
daimler.com

Was die Absatzzahlen im Juli in China angeht, so war Daimler unter den Autoherstellern weltweit mit BMW am widerstandsfähigsten gewesen.

Dennoch: Analyst Patrick Hummel von der UBS sieht für die gesamte Autobranche keinen Silberstreif am Horizont. Vor wenigen Tagen hat bereits das US-Analysehaus Bernstein Research das Kursziel für Daimler nach der Berichtssaison der europäischen Autobauer von 55 auf 50 Euro gesenkt.

wiwo.de

Dividende in Gefahr?

Die Rahmenbedingungen für eine stabile Dividende im Vergleich zum Vorjahr könnten besser sein. 2019 schüttete Daimler 3,25 Euro pro Aktie aus. Das würde aktuell einer Dividendenrendite von 7,7 Prozent entsprechen. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht die hohe Ausschüttung durchaus in Gefahr. „Bei allen Autoherstellern wird 2019 und 2020 schwer. Gründe: Hohe Investments in E-Mobilität und ein sehr schwerer Markt. Wir gehen weltweit von gut 8 Millionen Fahrzeugen Überkapazität aus. Da kann man nicht mit der Kostenschere die Dividenden zu 100% absichern. Es macht Sinn, die Aktionäre von schwierigeren Jahren und niedrigerer Dividende zu überzeugen und Dividenden mit Fremdkapital – das sollte man wirklich nicht machen“ sagt Dudenhöffer gegenüber DER AKTIONÄR.

Daimler (WKN: 710000)

Aus charttechnischer Sicht bleibt die Aktie im Niemandsland. Zuletzt konnte das Papier allerdings wieder Boden gut machen und sich von der Unterstützungszone zwischen  41,80 Euro und 39,50 Euro entfernen. Eine technische Gegenbewegung bis in den Bereich von 44,30 Euro ist durchaus möglich. Wird diese Hürde genommen, hat die Daimler-Aktie Luft bis zur wichtigen 200-Tage-Linie bei 50,06 Euro. 

Hinweis:   

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Daimler.