17.04.2019 Jochen Kauper

Daimler-Aktie weiter im Aufwind – Chinas Wirtschaft wächst stärker als erwartet

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Chinas Wirtschaft wächst schneller als erwartet. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt legte im ersten Quartal um 6,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu, wie das Statistikamt am Mittwoch in Peking mitteilte. Gut für die Autowerte. Denn der wichtigste Automarkt der Welt schrumpfte im Jahr 2018 das erste Mal seit 20 Jahren. Jetzt sollten die Absätze wieder anziehen und unter anderem der Aktie von Daimler Rückenwind geben.

Steuersenkungen und diverse weitere Maßnahmen der chinesischen Regierung zur Ankurbelung der Wirtschaft entfalten ihre Wirkung. Chinas Wirtschaft ist im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,4 Prozent gewachsen.

Experten hatten in den ersten drei Monaten dieses Jahres wegen der negativen Auswirkungen des Handelskrieges mit den USA und anderer Unsicherheiten ein langsameres Wachstum erwartet.

Die wichtigsten Automärkte weltweit (Angaben in 1.000 Fahrzeugen):

Quelle: CAR-Institut

Wichtigster Automarkt der Welt

Gut für die deutschen Autobauer Daimler, BMW und Volkswagen. 2019 erwartet das CAR-Institut einen Autoabsatz von 22,3 Millionen in China. Zum Vergleich: In den USA werden es rund 16,5 Millionen Autos sein, in Deutschland 3,3 Millionen, die einen Abnehmer finden. Der Bedarf an neuen Autos ist nach wie vor groß. In Deutschland kommen auf 1.000 Einwohner 573 Autos, in den USA 535. In China kommen auf 1.0000 Einwohner nur 22 Autos.

Aktie im Aufwärtstrend

Die Aktie von Daimler hat in der vergangenen Woche ein Kaufsignal geliefert. Sowohl der Abwärtstrend als auch die 200-Tage-Linie wurden geknackt. Mit einem freundlichen Gesamtmarkt im Rücken hat die Aktie durchaus das Potenzial, bis in den Bereich zwischen 60,15 Euro und 63,50 Euro zu klettern. Hier liegen die nächsten stärkeren Widerstände.

„Vorsichtig optimistisch“

Auf der China Motor Show in Shanghai zeigte sich der kommende Daimler-Chef Ola Källenius ohnehin optimistisch für den chinesischen Markt. Nach einem Wachstum im ersten Quartal rechne Daimler auch für das Gesamtjahr mit Zuwächsen, sagte Källenius. Man sei "vorsichtig optimistisch" gestimmt. Auch langfristig bleibe China ein Wachstumsmarkt. Mit steigendem Wohlstand könnten sich mehr und mehr Chinesen Autos im Luxus- und Premium-Segment leisten.