04.04.2019 Jochen Kauper

Daimler-Aktie bleibt weiter gefragt – das sind die nächsten Hürden!

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Daimler Trucks hat sich mit Torc Robotics eine spannende Firma ins Boot geholt. Zusammen mit dem US-Start-Up will Daimler selbstfahrende Brummis auf die Straße bringen. Steckt noch mehr hinter der Übernahme?

Daimler Trucks and Buses Holding, eine Tochtergesellschaft der Daimler AG, hat sich für einen dreistelligen Millionenbetrag die US-Firma Torc Robotics gekrallt. „Von daher macht das autonome Fahren auf den Autobahnen für Trucks sehr viel Sinn. Sobald man die Autobahn verlässt übernimmt dann der Trucker wieder das Steuer. Damit können auch gut die „Ruhezeiten“ umschifft werden. Dann kann den Truck also 24 Stunden fahren lassen. Von daher ist es richtig, dass Daimler das Feld hier bestellt und mit Toro Robotics in die Umsetzung geht. Also gutes Invest“, sagt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer gegenüber dem AKTIONÄR.

Prognostiziertes weltweites Marktvolumen von autonomen Fahrfunktionen in den Jahren 2016 bis 2025 (Angaben in Milliarden Dollar):

Torc-Software auch für die Auto-Sparte?
Die entscheidende Frage ist, ob Daimler die Expertise von Torc Robotics auch auf seine Auto-Sparte übertragen kann? „Im Prinzip ja, aber nicht 1:1. LKWs fahren maximal 80 Km/h und sind träge. Beim Pkw kommen daher auf den Roboter mehr Anforderungen zu. Und auf der Autobahnfahrt hat man beim Pkw mit den Autopiloten schon einiges in der Serie. Also die großen Synergien zwischen Pkw und LKW sehe ich da nicht“, sagt Dudenhöffer.

Guter Deal
Auch wenn die Torc-Software nicht 1 zu 1 auf die Auto-Sparte übertragbar sein wird – Daimler hat sich mit Torc eine spannende Firma geangelt. Alle Autobauer stehen unter starkem Druck. Der Umbau hin zur Elektromobilität und selbstfahrenden Autos wird Milliarden verschlingen.

Wichtige Unternehmenskennzahlen der deutschen Autobauer:

Quelle: Statista

Wichtiges Datum
Am 22. Mai findet die Hauptversammlung statt. Im Anschluss wird Daimler 3,25 Euro an seine Aktionäre ausschütten. Macht aktuell eine Dividendenrendite von 6,0 Prozent. Außerdem warten Aktionäre sowie Arbeitnehmer auf die Vision des neuen Daimler-Chefs Ola Källenius - gut möglich, dass er der Aktie wieder neues Leben einhaucht.

Ausbruch
Die Daimler-Aktie hat vor wenigen Tagen die wichtige 200-Tage-Linie überwunden. Den Ausbruch gilt es zu verteidigen. Gut möglich, dass die Aktie auf die Ausbruchslinie bei 54,05 Euro konsolidiert. Im Anschluss sollte die Aktie in einem freundlichen Gesamtmarkt die Marke von 57,11 Euro in Angriff nehmen. Wird diese genommen, wäre der Weg für die Aktie bis 58,73 frei. Danach lautet das nächste Etappenzeil 60,00 Euro!