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Commerzbank: Die Folgen des Ukraine-Kriegs sind nicht zu unterschätzen

Commerzbank: Die Folgen des Ukraine-Kriegs sind nicht zu unterschätzen
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Fabian Strebin 01.03.2022, 07:57 Fabian Strebin

Auch wenn die schwerwiegenden Sanktionen gegen Russland am Gesamtmarkt noch für mäßige Verluste sorgten, verloren Bankaktien aus Europa dennoch übermäßig stark. Die Commerzbank-Papiere bilden dabei keine Ausnahme. Wie stark einzelne Unternehmen tatsächlich in Russland engagiert sind, scheint für den Markt keine Rolle zu spielen. Nun droht auch noch Abwärtspotenzial von der Zinsfront.

Der DAX schloss gestern – am ersten Handelstag nach Bekanntgabe weitreichender Sanktionen gegen Russland – nur rund 0,7 Prozent im Minus. Eine derartig stabile Kursentwicklung war nach dem historischen Sanktionspaket nicht erwartet worden. Im Fokus der Märkte standen indes europäische Finanzaktien. Am stärksten verloren Titel mit größerem Geschäft in Russland. So führte die Raiffeisenbank International aus Österreich die Liste der Verlierer mit rund Minus 15 Prozent an.

Die Aktien der Commerzbank büßten immer noch mehr als sieben Prozent ein. Ein kleiner Trost ist, dass die Notierung damit noch immer rund zwölf Prozent im Plus seit Jahreswechsel steht. Doch nicht nur mögliche Gegenmaßnamen Russlands auf der Sanktionsseite und denkbare Hackerangriffe auf europäische Banken sind nun zu befürchten.

Prioritäten verschieben sich

Gegenwind könnte nun auch von der Geldpolitik kommen. Schon jetzt sinken die Anleiherenditen am Markt wieder, denn die Anleger flüchten in sichere Häfen und drücken damit die Zinsen. Für weiterhin niedrige Zinsen könnte indes auch die EZB sorgen. Vor dem Angriff auf die Ukraine schien einer geldpolitischen Straffung nichts mehr im Weg zu stehen. Nun ist die Lage unübersichtlich und die Stabilität des Finanzsystems rückt wieder in den Fokus.

Zinswende in Gefahr

Ob daher schon im März die Anleiheaufkäufe zurückgefahren und im Herbst die Zinsen angehoben werden, ist nun fraglich. Die Inflation in der Eurozone dürfte zwar weiter anziehen, aber die EZB könnte sich weiter auf die Liquiditätsversorgung des Finanzsystems konzentrieren, anstatt die Zinsen zu erhöhen. Für die Commerzbank wären das keine guten Nachrichten, denn das Geldhaus gilt als sehr zinssensitiv und Profiteur steigender Zinsen.

Commerzbank (WKN: CBK100)

Noch befinden sich Anleger, die zum Jahreswechsel zu Commerzbank-Aktien griffen, gut im Plus. Daher können Mutig auch dabeibleiben und beachten den Stopp bei 6,60 Euro. Kurzfristig sind die Risiken aber nicht weniger geworden, das Chartbild spricht ebenfalls gegen einen Neueinstieg.

Hinweis auf Interessenkonflikte:

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren: Commerzbank.

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