04.01.2019 Michel Doepke

Celgene-Deal sorgt für Crash bei BeiGene – und jetzt?

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BEIGENE SP.ADR
Trendthema

Wenn der Jäger zum Gejagten wird: Im letzten Jahr hat sich Celgene als aggressiver Deal-Maker in Szene gesetzt, um die eigene Pipeline zu stärken. Nun wird die Biotech-Gesellschaft selbst von Bristol-Myers Squibb für insgesamt 74 Milliarden Dollar geschluckt. Die Mega-Übernahme wirkt sich jedoch negativ auf Celgene-Partner wie Acceleron Pharma und den AKTIONÄR-Hot-Stock BeiGene aus. Denn durch den Deal sinken die Chancen, dass Celgene erneut auf Einkaufstour geht oder bestehende Kooperationen erweitert. BeiGene brach nach Bekanntgabe der Akquisition durch Bristol-Myers in der Spitze über 20 Prozent ein.

Übertriebener Kurssturz

Die Celgene-Partnerschaft von BeiGene ist ein zentraler Bestandteil der chinesischen Biotech-Gesellschaft. Dennoch sind 20 Prozent Kursverlust übertrieben. Im Handelsverlauf konnten die Papiere schließlich die Verluste auf ein Minus von knapp sechs Prozent eindämmen.

Doch warum diese Überreaktion zur Handelseröffnung in den USA? Durch den Zusammenschluss von Bristol-Myers Squibb und Celgene entsteht ein neues Onkologie-Powerhouse, was für BeiGene harte Konkurrenz auf internationaler Ebene ist. Ein Herzstück der Kooperation von BeiGene und Celgene stellt die internationale Entwicklung des Wirkstoffes Tislelizumab gegen solide Tumoren, einem PD-1, dar. Doch Celgene gehört in Zukunft zu Bristol-Myers, die bereits auf die PD-1-Antikörper Opdivo und Yervoy setzen. Die große Frage: Welchen Platz soll Tislelizumab von BeiGene in Zukunft einnehmen? Diese Angst treibt Anleger aus BeiGene.

Stopp beachten

Durch den Kursrutsch hat sich die BeiGene-Aktie dem Stopp bei 98 Euro angenähert (Kurse in Frankfurt sind ausschlaggebend). Investierte Anleger beachten die Absicherung und halten an den Papieren vorerst fest. Denn unabhängig vom Celgene-Deal mit Bristol-Myers Squibb treiben die Chinesen die Entwicklung der Pipeline bis dato erfolgreich voran. Zuletzt vermeldete BeiGene beispielsweise eine hochinteressante Kooperation mit Zymeworks.