22.12.2009 Marion Schlegel

C.A.T.-Oil: CEO Manfred Kastner schaut in die Zukunft

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Trendthema

Der Öl- und Gasfelddienstleister C.A.T. Oil mit den vor Kurzem veröffentlichten Quartalszahlen überzeugen können. Der Vorstandsvorsitzende der C.A.T.-Oil AG, Manfred Kastner, sieht sich auch für das kommende Jahr gut gerüstet. Er stand im Interview dem AKTIONÄR Rede und Antwort.

Herr Kastner, das Ebit hat sich im dritten Quartal um rund sieben Prozent erhöht, wohingegen der Umsatz um 18 Prozent gefallen ist. Wie ist das zu erklären?

Wie in den Vorquartalen haben wir auch im dritten Quartal an unserer Kostenbasis gearbeitet und unsere Kosten weiter gesenkt. Unsere Umsatzkosten konnten in diesem Zeitraum um elf Prozent und die Verwaltungskosten um gut 13 Prozent reduziert werden. Dadurch konnten wir unsere Profitabilität signifikant verbessern, was sich in einem gestiegenen EBIT widerspiegelt. Diese positiven Effekte konnten aber den schwachen Euro-Rubel-Kurs und den Preisdruck im Sidetrack Drilling nicht ausgleichen. Diese Entwicklungen waren Ursachen für den gesunkenen Umsatz auf Eurobasis, auf Rubelbasis hingegen haben wir unseren Umsatz sogar leicht gesteigert.

Bis zum Ende des dritten Quartals haben wir bereits mehr als drei Viertel unseres Orderbuchs ausgeführt. Obwohl das vierte Quartal aufgrund der schlechteren Wetterbedingungen stets schwächer ist, arbeiten wir jedoch auf einem besseren Produktionsniveau im Fracturing und im Sidetrack Drilling als im letzten Jahr. Jedoch gehen wir davon aus, dass das Umsatzniveau aufgrund der Marktbedingungen und der Rubelabwertung unter dem von 2008 liegen wird.

Wir haben im dritten Quartal erneut verbesserte Marktbedingungen gespürt. Auch die Ölindustrie profitierte von einem erhöhten Ölpreis, der bis zu 75 Dollar anstieg. Dies ermutigte auch Ölkonzerne, also unsere Kunden, ihre Investitionsbudgets zu erhöhen. Trotz dieser guten Nachrichten glauben wir jedoch, dass die wirtschaftliche Talsohle noch nicht vollkommen durchschritten ist. Wir werden daher auch im kommenden Jahr vorsichtig agieren und unsere Investitionen den Marktbedingungen anpassen. Wenn wir eine grundlegende Aufhellung spüren, können wir uns vorstellen, weiter in Kapazitäten zu investieren. Anderenfalls arbeiten wir auf dem bestehenden Niveau weiter - dank unserer verbesserten Arbeitsabläufe und Effizienzsteigerungen haben wir eine sehr gute Nutzung erreicht.

Wir arbeiten mit all unseren Kunden seit mehr als zehn Jahren, teilweise sogar seit mehr als 16 Jahren zusammen. Dies zeigt, dass wir über gewachsene Geschäftsbeziehungen und eine starke Vertrauensbasis verfügen. Wir sind auf dem stark fragmentierten russischen Markt einer der Marktführer im Fracturing und Sidetrack Drilling und stehen sowohl für Qualität als auch für Zuverlässigkeit. Wir haben das Kapital, die Kapazitäten und qualifizierte Mitarbeiter, um Aufträge pünktlich und in gewohnter Qualität durchzuführen - all dies ist für den Erfolg unserer Kunden enorm wichtig.

Wir sind seit der Gründung unseres Unternehmens im russischen Markt tätig und sehen dort seit jeher ein großes Potential: Unsere hohen Marktanteilsgewinne auch in diesem Jahr bestätigen dies klar, und naturgemäß profitieren wir von positiven Entwicklungen in der russischen Öl- und Gasindustrie.

Nein, denn wir verfügen über eine diversifizierte Investorenbasis und über starke Mehrheitsaktionäre, die an das nachhaltige und langfristige Wachstum unserer Gesellschaft glauben. Wir sind davon überzeugt, dass wir - sobald sich die Märkte grundlegend erholt haben  - das volle Potential von C.A.T. oil nutzen können und weiter wachsen werden.

Ende der Korrektur in Sicht

DER AKTIONÄR bleibt bei seiner positiven Einschätzung zu der Aktie von C.A.T. Oil. Die seit Mitte Oktober dieses Jahres laufende Konsolidierungsphase könnte bald abgeschlossen sein. Das nächste Kursziel ist das Oktoberhoch bei gut neun Euro. Investoren sollten sich aber mit einem relativ engen Stopp absichern.