Der Online-Reise-Gigant Booking Holdings hat am Mittwochabend nach US-Börsenschluss ein starkes Zahlenwerk für das vierte Quartal sowie das Gesamtjahr 2025 vorgelegt. Mit einem deutlich höher als erwarteten Gewinn, einer saftigen Dividendenanhebung und der Ankündigung eines massiven Aktiensplits im Verhältnis 25 zu 1 setzte das Unternehmen ein klares Ausrufezeichen hinter seine Markführerschaft.
Booking Holdings lieferte im abgelaufenen Quartal auf ganzer Linie ab. Der Umsatz kletterte im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent auf 6,35 Milliarden Dollar und übertraf damit die Analystenschätzungen von 6,13 Milliarden Dollar deutlich. Noch stärker fiel der bereinigte Gewinn je Aktie aus: Mit 48,80 Dollar schlug Booking die Konsensschätzung von 48,19 Dollar eindeutig.
Besonders erfreulich für die Aktionäre: Die Profitabilität zieht weiter an. Das bereinigte EBITDA stieg im vierten Quartal um 19 Prozent auf rund 2,2 Milliarden Dollar. Auf Jahressicht glänzte der Konzern mit einer EBITDA-Marge von 36,9 Prozent – ein Plus von fast 200 Basispunkten gegenüber dem Vorjahr.
Aktiensplit 1:25 und höhere Dividende
Um die optisch teure Aktie – die zuletzt bei über 4.260 Dollar notierte – für Privatanleger wieder attraktiver zu machen, hat das Board außerdem einen Aktiensplit im Verhältnis 1 zu 25 genehmigt. Für eine alte Aktie erhalten Anleger also 24 weitere und haben danach 25 Aktien im Depot. Dieser Aktiensplit wird zum 2. April 2026 wirksam. Nach dem Split würde der Kurs (beim aktuellen Niveau) bei rund 170 Dollar liegen, was die Handelbarkeit deutlich erhöht.
Zusätzlich untermauert Booking sein Vertrauen in die eigene Cashflow-Generierung durch eine Erhöhung der Quartalsdividende um 9,4 Prozent auf 10,50 Dollar je Aktie. Im gesamten Jahr 2025 flossen 8,2 Milliarden Dollar über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurück – ein massiver Beweis für gelebten Shareholder-Value.
Strategie: KI und der „Connected Trip“
CEO Glenn Fogel treibt überdies die Vision des „Connected Trip“ unaufhörlich voran. Ziel ist es, dem Kunden von Flügen über die Hotelunterkunft bis hin zum Mietwagen und Restaurantbesuch alles aus einer Hand anzubieten. Dass dies funktioniert, zeigen die Zahlen: Die Flugbuchungen schossen 2025 um 37 Prozent auf 68 Millionen Tickets in die Höhe.
Ein weiterer Eckpfeiler der künftigen Wachstumsstrategie ist Künstliche Intelligenz. Booking plant, im Jahr 2026 rund 700 Millionen Dollar zusätzlich in Bereiche wie GenAI, Fintech und die Expansion in Asien und den USA zu investieren. Das Management erwartet dadurch einen zusätzlichen Umsatzbeitrag von 400 Millionen Dollar allein im nächsten Jahr.
Ausblick 2026: Resiliente Nachfrage trotz Kostendisziplin
Auch die Aussichten bleiben gut: Trotz eines schwierigeren wirtschaftlichen Umfelds in einigen Segmenten der USA bleibt die globale Reiselust ungebrochen. Für das erste Quartal 2026 stellt Booking ein Umsatzwachstum von 14 bis 16 Prozent in Aussicht. Das Transformationsprogramm des Konzerns greift zudem schneller als erwartet: Bis Ende 2025 wurden jährliche Einsparungen von rund 550 Millionen US-Dollar realisiert, was die Margen weiter stützen dürfte.
Zwar merkte das Management an, dass US-Verbraucher bei der Aufenthaltsdauer und den Hotelkategorien etwas preisbewusster agieren („thoughtful spending“), doch das starke internationale Geschäft und die steigende Nachfrage von einkommensstarken Reisenden kompensieren diesen Trend locker.
Nach der jüngsten Talfahrt könnten sich die Zahlen als Befreiungsschlag erweisen. Derzeit ist die Aktie keine laufende Empfehlung.
Heute, 10:35