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Börsenprofi: Die Jahresendrallye hat längst begonnen

Börsenprofi: Die Jahresendrallye hat längst begonnen
Foto: Börsenmedien AG
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Andreas Deutsch 29.11.2015, 08:30 Andreas Deutsch
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Der DAX hat in den vergangenen Tagen merklich zugelegt. Hat der Index trotzdem noch Luft? Ja, meint Dachfondsmanager Daniel Zindstein. Aber schon bald könnte es wieder anstrengend werden für die Börsianer.

DER AKTIONÄR: Herr Zindstein, auf einer Skala von 1 bis 10: Wie wahrscheinlich ist es, dass EZB-Chef Mario Draghi die Zinsen senkt und das Anleihenkaufprogramm um mindestens zehn Milliarden Euro pro Monat aufstocken wird?

DANIEL ZINDSTEIN: Ich halte es für nicht so wahrscheinlich, dass sie beides tut. Also sagen wir: 2,5 auf der Skala. Ich denke, die EZB wird eher den Einlagensatz für Banken senken, von -0,2 Prozent auf -0,3 Prozent, da dies die größere Wirkung auf das kurze Zinsende hat und die Zinsstrukturkurve etwas steiler macht.

Und wie wahrscheinlich ist es auf der Skala, dass die Fed die Zinsen noch 2015 um 25 Basispunkte anheben wird?

9.

Was meinen Sie: Bekommen wir eine Jahresendrallye?

Wir sind bereits mitten drin. Immerhin sind wir seit Anfang Oktober um über 18 Prozent gestiegen.

Und bis wohin kann der DAX bis zum Jahresende noch steigen?

Der DAX hat die 11.250 genommen, das heißt, jetzt geht es wohl mindestens bis 11.800, wenn nicht sogar auf die alten Jahreshochs bei knapp 12.400 Punkten.

Wie sieht es 2016 aus? Bekommen wir wieder so eine nervende hohe Volatilität?

Ja, ganz sicher bekommen wir die. Ganz grundsätzlich nehmen die Volatilitäten in allen Asset-Klassen zu – und zwar aus verschiedenen Gründen: Die Politik dominiert das Marktgeschehen. Die Medien wirken wie ein Katalysator auf alles und verstärken die Effekte, vor allem erzeugen sie Angst. Dazu kommt weniger Liquidität, die  per se für mehr Vola sorgt.

Welche Branchen sind Ihre Favoriten für 2016?

Wir machen keine Branchenprognosen. Aber die arg gebeutelten Sektoren hätten schon eine Chance verdient, also Autos, Rohstoffe, Banken. Aber im Zweifel fließt das große Geld weiter in die gängigen konjunkturunabhängigen Werte - Nahrungsmittel, Pharma, Konsumgüter, auch wenn sie teuer sind.

Vielen Dank für das Interview.

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