Trotz anhaltender China-Schwäche und einem Rückschlag im vierten Quartal hat BMW 2025 mehr Fahrzeuge als im Vorjahr ausgeliefert. Europa, die USA und Mini erwiesen sich als verlässliche Stützen. Konzernweit übergab BMW 2,46 Millionen Autos an Kunden. Das entspricht einem Plus von 0,5 Prozent. Damit erreichte BMW sein selbst gestecktes Ziel eines leichten Wachstums. Grund genug für die Investmentbank JPMorgan die Aktie zum Kauf zu empfehlen.
In Europa legten die Auslieferungen um 7,3 Prozent auf 1,02 Millionen Fahrzeuge zu. Auch in den USA wuchs der Absatz um fünf Prozent auf 417.638 Einheiten. BMW profitierte dort von der lokalen Produktion im Werk Spartanburg, aus dem rund die Hälfte der in den USA verkauften Fahrzeuge stammt. Das half zumindest teilweise, Zölle zu vermeiden. Insgesamt wurden diese wurden kaum an Kunden weitergegeben, was den Absatz stützte, allerdings auch auf die Margen drückte.
China als Bremsklotz
Ein gänzlich anderes Bild derweil in China: Die Auslieferungen auf dem einst wichtigsten Markt der Münchner sanken um 12,5 Prozent auf 625.527 Fahrzeuge. Der anhaltende Preiskampf bei Elektroautos und der Bedeutungsverlust klassischer Verbrenner setzen westliche Hersteller unter Druck. BMW reagierte daher jüngst mit Preisnachlässen von bis zu 24 Prozent. Im vierten Quartal verschärfte sich die Lage noch weiter. In China lag das Minus bei 15,9 Prozent.
Und dennoch erneuerte die US-Bank JPMorgan ihre Kaufempfehlung für die Aktie von BMW. Die Absatzvolumina in China stabilisierten sich, schrieb Jose Asumendi am Sonntag mit Blick auf das vierte Quartal der Münchner. Dies sei enorm wichtig, beinahe um jeden Preis, so der Experte. Sein Kursziel lautet 89 Euro.
Auch DER AKTIONÄR bleibt für BMW nach wie vor optimistisch. Der Roll-Out der Modellreihe „Neue Klasse“ rückt immer mehr in den Fokus vieler Investoren. Das erste Modell der neuen Modellgeneration - dem Grundkonzept für BMWs künftige Elektroautos - wurde auf der IAA Mobility in München im September offiziell vorgestellt. "Die Auftragseingänge in Europa liegen deutlich über unseren Erwartungen und belegen das hohe Kundeninteresse", heißt es von Unternehmensseite auf Anfrage von DER AKTIONÄR. Bis zu acht neue Modelle auf Basis der "Neuen Klasse" will BMW bis 2027 ausrollen. „Die Nagelprobe für die Fahrzeuge auf der „Neuen Klasse“-Architektur wird China sein“, sagt Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut gegenüber DER AKTIONÄR.
Besonders hervorzuheben ist bei BMW die Tatsache, dass durch die neue Technologie die Produktionskosten sinken, die Reichweite der Stromer um 30 Proznet steigt und die Ladezeit um 30 Prozent verkürzen werden kann.
Neben der Modellreihe „Neue Klasse“ wird BMW bis Ende 2027 über 40 neue oder überarbeitete Modelle bringen. Die Neuentwicklungen laufen dabei quer durch alle Segmente und Antriebsarten: elektrische BEV, Plug-in-Hybride, Verbrenner, SUVs.
„Wir schätzen die Aktie weiterhin aufgrund ihrer starken Produktdynamik, die durch beeindruckende Fahrzeuge der Neuen Klasse wie den iX3 unterstrichen wird. In Verbindung mit einer klaren Kostendisziplin und der Free Cash Flow-Dynamik, insbesondere da das Unternehmen seinen Investitionshöhepunkt überschritten hat, präsentiert sich BMW als überzeugendes Unternehmen. Während China aufgrund seiner optimistischen Aussichten weiterhin ein Beobachtungspunkt bleibt“, schrieb zuletzt Analyst Tim Rokossa von der Deutschen Bank.
Wichtig für die nächsten Monate werden die Modelle der "Neuen Klasse", die peu a peu auf den Markt gebracht werden. Darüber hinaus ist BMW mit einem starken Portfolio an Verbrennern und Hybriden gut positioniert. Viele Experten sehen BMW mit den neuen Modellen auf Augenhöhe mit der starken Konkurrenz aus China. Sind im wichtigsten Absatzmarkt der Welt erste Anzeichen für eine Erholung sichtbar, wird die Aktie wieder Schwung nach oben bekommen. Wer investiert ist, bleibt dabei.
Enthält Material von dpa-AFX
Heute, 14:13