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Block: KI‑Strategie greift – Gewinnprognose angehoben

Block: KI‑Strategie greift – Gewinnprognose angehoben
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Nikolas Kessler Heute, 13:50 Nikolas Kessler
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Der Fintech-Konzern Block hat am Mittwochabend starke Quartalszahlen vorgelegt und die Jahresprognose deutlich erhöht. Der großangelegte Stellenabbau zu Jahresbeginn und die starke Fokussierung auf KI scheinen bereits Früchte zu tragen. Die Anleger reagierten im nachbörslichen US-Handel aber dennoch reserviert.

Der Finanzdienstleister, der den Bezahldienst Square und die Cash App betreibt, erzielte im zweiten Quartal 2026 einen Bruttogewinn von 3,17 Milliarden Dollar – ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und leicht über den Analystenerwartungen von 3,06 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg im Jahresvergleich um 65 Prozent auf 1,02 Dollar und lag deutlich über der Konsensschätzung von 87 Cent. Der Umsatz stieg um 9,4 Prozent auf 6,62 Milliarden Dollar und übertraf ebenfalls die Prognosen.

Cash App und Square treiben Wachstum

Stärkstes Segment bleibt Cash App: Der Bruttogewinn stieg um 31 Prozent auf 1,97 Milliarden Dollar. Die monatlich aktiven Nutzer lagen im Juni bei 59 Millionen, die sogenannten Primary Banking Actives – Kunden, die Cash App als primäres Bankkonto nutzen – wuchsen um 17 Prozent auf 9,4 Millionen. Das Kreditvolumen legte um 59 Prozent auf 18,9 Milliarden Dollar zu, getragen vor allem durch das Kurzfristprodukt Cash App Borrow.

Das Händlergeschäft Square zeigte ebenfalls Stärke: Das Volumen der über die Plattform abgewickelten Zahlungen stieg um 13 Prozent auf 72,8 Milliarden Dollar – der stärkste US-Wachstumswert seit dem zweiten Quartal 2023. Der Bruttogewinn des Segments legte um 13 Prozent auf 1,16 Milliarden Dollar zu.

KI und Personalumbau als Treiber der Margenexpansion

Im Februar hatte Block angekündigt, mehr als 40 Prozent der Belegschaft abzubauen – von über 10.000 auf knapp 6.000 Mitarbeiter – um das Unternehmen konsequent auf Künstliche Intelligenz auszurichten. Die Wirkung zeigt sich in den Zahlen: Die bereinigte operative Marge erreichte mit 27 Prozent ein Allzeithoch, nach 22 Prozent im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBITDA kletterte um 31 Prozent auf 1,17 Milliarden Dollar.

Dass der Stellenabbau operativ greift, bestätigen die Analysten von Morningstar: „Die Entscheidung der Unternehmensleitung, Personal abzubauen, scheint sich auszuzahlen, da die Margen des Unternehmens steigen und das Wachstum davon offenbar unberührt bleibt.“

Auch intern zeigt sich die KI-Offensive in konkreten Kennzahlen: Im Juni wurde laut dem Brief an die Aktionäre nahezu der gesamte Produktionscode mit Unterstützung von KI-Agenten geschrieben und überprüft. Block betont dabei einen modellunabhängigen Ansatz – eigene Systeme wie Builderbot, Moneybot und das neu gestartete Buzz-Framework sollen unabhängig vom jeweiligen Sprachmodell kontinuierlich leistungsfähiger werden.

„Wir können Produkte von höherer Qualität viel, viel schneller ausliefern, und das liegt an all den Innovationen, die wir im Bereich der KI vorangetrieben haben“, erklärte Owen Jennings, der Geschäftsleiter des Unternehmens, gegenüber MarketWatch.

Prognose deutlich angehoben

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Block nun einen Bruttoprofit von 12,5 Milliarden Dollar – ein Wachstum von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bislang hatte das Management 12,3 Milliarden Dollar und 19 Prozent Wachstum in Aussicht gestellt. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll auf 4,02 Dollar steigen, was einem Plus von 70 Prozent entspräche. Finanzchefin Amrita Ahuja betonte, dass die angehobene Prognose nicht nur auf die positive Entwicklung im zweiten Quartal zurückzuführen ist, sondern auch auf die strukturellen Veränderungen zu Jahresbeginn: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Wandel, den wir vollzogen haben, um uns zu einer KI-orientierten Organisation zu entwickeln.“

Trotz der guten Zahlen und der Prognose-Erhöhung gaben die Block-Aktien im nachbörslichen Handel zunächst leicht nach. Analyst Jeff Cantwell von Seaport Research wertete dies als typische Post-Earnings-Volatilität: „Unterm Strich würden wir – rein auf der Grundlage dieser Zahlen – davon ausgehen, dass die Aktien nach dieser über den Erwartungen liegenden Ergebnismeldung und der Anhebung der Prognose letztendlich steigen werden.“

BLOCK INC (WKN: A143D6)

Block hat mit diesen Ergebnissen gezeigt, dass der radikale Umbau hin zu einem schlanken, KI-getriebenen Unternehmen messbare Resultate liefert – zumindest auf der Ergebnisseite. Der Aktie liefert das zunächst aber keine neuen Impulse. Nach einem neuen 52-Wochen-Hoch im regulären Handel am Vortag verzeichnet sie nach den Zahlen moderate Verluste.

Der seit Februar gültige Aufwärtstrend ist aber nach wie vor intakt, seit der Erstempfehlung in AKTIONÄR-Ausgabe 24/2026 notiert die Aktie rund zwölf Prozent im Plus. Investierte Anleger bleiben weiterhin dabei.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BLOCK INC.

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