Robotik wird immer wichtiger – auch für Firmen wie Siemens. In Liuzhou läuft nun seit Mitte September eine Fabrik, die den Bau humanoider Roboter in den Takt einer Autofertigung bringt. Der chinesische Hersteller Ubtech hat dort mithilfe von Siemens eine Anlage von rund 14.000 Quadratmetern eröffnet, ausgelegt auf mehr als 10.000 Maschinen im Jahr.
Im Idealfall verlässt alle zehn Minuten ein Humanoider die Linie. Einen Teil der internen Logistik übernehmen dabei bereits Roboter des eigenen Hauses. Vollautomatisch ist die Fertigung nicht. In einem Humanoiden stecken laut Branchenportal Humanoids Daily mehr als 2000 Schrauben in über 50 Ausführungen, nach der Montage folgen mehr als vier Stunden Belastungstests. Der Hebel liegt in der Menge: Ubtech rechnet mit jährlichen Kostensenkungen von 20 bis 30 Prozent und will die Herstellkosten bis zum Jahr 2030 unter 20.000 Dollar drücken. Im ersten Halbjahr 2026 lieferte das Unternehmen 921 große zweibeinige Roboter aus, der Umsatz mit dieser Produktgruppe lag 1445 Prozent über dem Vorjahreswert – mehr als 96 Prozent davon kamen von Industriekunden.
Siemens: Der digitale Zwilling als Eintrittskarte
Geplant wurde die Fabrik, bevor der erste Stein lag – gemeinsam mit Siemens Digital Industries Software. Der digitale Zwilling simulierte Transportwege, Staus vor den Stationen und die Rückführung leerer Behälter – und berechnete, wie viele fahrerlose Fahrzeuge die Anlage braucht. Für die Münchner ist Liuzhou damit mehr als ein Referenzprojekt: Es ist der Beleg, dass die Software auch dort greift, wo eine neue Fertigungsart überhaupt erst entsteht.
DER AKTIONÄR hält an seiner Einschätzung zur Siemens-Aktie fest: Anleger können das aktuelle Kursniveau weiterhin zum Einstieg nutzen (Stopp: 205,00 Euro). Denn die langfristigen Aussichten sind unverändert gut.
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