In der BMW-Fabrik hat der Roboter von Figure längst gearbeitet. Jetzt räumt er Wohnungen auf, die er nie zuvor gesehen hat.
Figure wurde im Jahr 2022 von Brett Adcock gegründet und baut humanoide Roboter, also Maschinen in Menschengestalt, samt eigener KI-Steuerung namens Helix. Zu den Geldgebern zählen Nvidia, Intel und Jeff Bezos.
Am 17. September hat das Unternehmen das neuronale Netz Helix 2.5 vorgestellt und dafür 30 Wohnungen im Raum San Francisco angemietet, aus denen zuvor keine Trainingsdaten stammten. Der Roboter sollte dort Wohnzimmer aufräumen, Handtücher falten und Betten machen – ohne Anpassung an die fremde Umgebung.
Die Erfolgsquote über alle Aufgaben stieg von neun auf 56 %, dank Vortraining mit menschlichen Bewegungsdaten. Dafür brauchte Helix 2.5 nur halb so viele Trainingsdaten je Aufgabe wie der Vorgänger – bei dreifacher Zahl an Wohnungen. Im Detail bleibt Luft: Das Bettenmachen gelingt zu 67 %, das Einsammeln von Spielzeug nur zu 40 %.
Figure selbst ist nicht börsennotiert, bewertet wird das Unternehmen seit der Serie-C-Runde im September 2025 mit 39 Milliarden Dollar. An der Börse landet das Thema deshalb bei Geldgebern und Zulieferern wie Nvidia, dessen Vera-Rubin-Plattform die Rechenleistung für das Training liefern soll. Die erste GPU-Kapazität aus dem 3,5 Milliarden Dollar schweren Nscale-Vertrag geht allerdings erst in der zweiten Jahreshälfte 2027 in Betrieb.
BMW: Die Generalprobe in den USA
Neu ist der Praxistest nicht. Im BMW-Werk Spartanburg in South Carolina stand der Vorgänger Figure 02 im Jahr 2025 rund zehn Monate im Schichtbetrieb am Band. Er legte Blechteile millimetergenau für die Schweißroboter ein: mehr als 90.000 Teile, verbaut in über 30.000 BMW X3. Seit Juni erprobt BMW dort das Nachfolgemodell Figure 03 in der Logistik, wo es Bauteile sortiert.
Für BMW hat sich das gelohnt, weil der Roboter genau die monotonen und körperlich belastenden Handgriffe übernimmt, die Mitarbeiter zermürben. Humanoide seien keine Laborexperimente mehr, heißt es bei BMW. Die Erfahrungen fließen in ein neues Kompetenzzentrum für Physical AI und in einen Pilotversuch im Werk Leipzig, dort allerdings mit einem Roboter des Anbieters Hexagon. Der Unterschied zur Wohnung: In der Fabrik wiederholt sich derselbe Handgriff am selben Ort, im Wohnzimmer ist jeder Raum neu.
Die BMW-Aktie schloss am Freitag bei 60,4 Euro. Halt gibt der Boden um 57 Euro knapp über dem 52-Wochen-Tief von 56,4 Euro, darüber warten Widerstände bei 64 und 67 Euro. Nvidia notiert bei 223 Dollar, nächster Widerstand ist das Allzeithoch von 236 Dollar, Unterstützung bietet die 200-Tage-Linie rund zehn Prozent tiefer.
DER AKTIONÄR wird im Laufe des Tages über sämtliche wichtigen Entwicklungen und Neuigkeiten an den nationalen und internationalen Märkten berichten.
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