Während viele Konkurrenten im Sektor der Kryptowährungen schwächeln, meldet Riot Platforms ein Rekordjahr. Der Mining-Riese steigerte seinen Umsatz im Jahr 2025 auf 647,4 Millionen Dollar. Das entspricht einem Plus von 72 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als noch 376,7 Millionen Dollar in den Büchern standen.
Der Haupttreiber dieser Entwicklung war das Kerngeschäft: Allein das Schürfen von Bitcoin spülte rund 576 Millionen Dollar in die Kasse. Riot produzierte im vergangenen Jahr 5.686 Bitcoin, nach 4.828 Einheiten im Vorjahr. Dennoch kämpft das Unternehmen mit der Effizienz. Die Kosten für die Produktion eines einzelnen Bitcoin stiegen massiv an. Zahlte Riot 2024 im Schnitt noch 32.216 Dollar pro Coin, kletterten die Kosten 2025 auf 49.645 Dollar.
Verantwortlich dafür ist vor allem die weltweit gestiegene Rechenleistung im Netzwerk, die das Mining schwieriger macht. Riot konnte diesen Effekt nur teilweise durch staatliche Energiegutschriften ausgleichen, die um 68 Prozent zulegten. Trotz des operativen Wachstums verbuchte das Unternehmen unter dem Strich einen Nettoverlust von 663 Millionen Dollar. Dieser resultiert primär aus Buchwertänderungen und Abschreibungen auf die Bitcoin-Bestände. Das bereinigte EBITDA lag hingegen mit 13 Millionen Dollar knapp im positiven Bereich.
Ein Milliarden-Schatz auf der hohen Kante
Die Bilanz von Riot bleibt trotz der roten Zahlen solide. Zum Jahresende hielt das Unternehmen 18.005 Bitcoin. Beim damaligen Kurs von 87.498 Dollar entsprach dieser Bestand einem Wert von rund 1,6 Milliarden Dollar. Zusätzlich verfügt der Konzern über liquide Mittel in Höhe von knapp 310 Millionen Dollar. Diese finanzielle Stärke nutzt das Management derzeit für einen strategischen Umbau.
Riot setzt verstärkt auf die Diversifizierung. Im Januar schloss das Unternehmen eine Kooperation mit dem Chiphersteller AMD und erwarb eine große Landfläche in Rockdale, Texas. Ziel ist der Aufbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz und Hochleistungsrechnen. Der aktivistische Investor Starboard Value, der auch bei diesem Tourismustitel eingestiegen ist, treibt diesen Wandel voran. Experten schätzen, dass die Sparte für KI-Infrastruktur allein eine Bewertung von bis zu 21 Milliarden Dollar erreichen könnte.
Die Konkurrenz gerät ins Hintertreffen
Mit diesem Schwenk ist Riot nicht allein, doch die Dynamik unterscheidet sich von den Mitbewerbern. Firmen wie Hive, Hut 8 oder TeraWulf versuchen ebenfalls, ihre Kapazitäten für KI-Anwendungen umzurüsten. Viele dieser Player leiden jedoch unter dem schwächeren Krypto-Markt. Core Scientific meldete zuletzt einen Umsatzrückgang von 16 Prozent, während die Mining-Einnahmen dort fast um die Hälfte einbrachen.
Noch deutlicher traf es MARA Holdings. Der Konkurrent verzeichnete im vierten Quartal einen Nettoverlust von 1,71 Milliarden Dollar, nachdem im Vorjahr noch ein satter Gewinn erzielt worden war. Auch TeraWulf verfehlte die Erwartungen der Analysten deutlich. Riot Platforms scheint sich in diesem schwierigen Umfeld derzeit besser zu behaupten als der Rest der Branche.
Riot Platforms kann ein starkes Umsatzwachstum vorweisen, kämpft aber mit den explodierenden Produktionskosten beim Bitcoin-Mining. Der Schlüssel für die Zukunft liegt nicht mehr nur im Bitcoin, sondern in der Transformation zum Rechenzentrums-Betreiber für KI. Dank der hohen Cash-Reserven und des massiven Bitcoin-Bestands hat Riot im Vergleich zur schwächelnden Konkurrenz den längeren Atem, um diesen kostspieligen Umbau zu finanzieren. Anleger sollten vorerst dennoch weiter an der Seitenlinie bleiben.
Heute, 14:00