8 Aktien mit maximalem OHO-Effekt
22.02.2019 André Fischer

Bayer: Experte sorgt für Zündstoff

-%
Bayer

Die Krebsforschungsagentur (IARC) der Weltgesundheitsorganisation stufte Glyphosat seinerzeit als „wahrscheinlich krebserregend“ ein. Im Gegensatz hierzu sehen die Zulassungsbehörden etwa in den USA, Kanada oder der Europäischen Union kein Krebsrisiko durch das Pestizid. Die Ämter bestreiten zum Beispiel, dass der Wirkstoff das Erbgut verändere und so Tumoren verursache. Der US-Agrarökonom Charles Benbrook hat nun versucht zu ergründen, welche der beiden Parteien recht hat.

IARC und EPA kommen zu konträren Ergebnissen

Benbrook fand es besonders merkwürdig, dass die US-Umweltbehörde EPA bei der Glyphosat-Bewertung zu einem völlig konträren Ergebnis kam wie die IARC. Sein ernüchterndes Fazit in der Fachzeitschrift Environmental Sciences Europe: Das Urteil der EPA, dass Glyphosat nicht das Erbgut verändere, basiere vor allem auf Studien, die von der Insdustrie in Auftrag gegeben werden und nicht veröffentlicht worden seien. „99 Prozent von ihnen waren negativ, während die IARC sich überwiegend auf wissenschaftlich evaluierte Studien bezog, die zu 70 Prozent positiv waren“.

Behörden greifen auf Industriestudien zurück

Zudem hat die EPA gemäß der Aussage von Benbrook größtenteils Studien zum Wirkstoff Glyphosat zitiert, während die IARC umfassend Ergebnisse über die tatsächlich benutzten Pestizidprodukte berücksichtigte, die neben der Substanz auch andere Chemikalien enthalten. Schließlich habe sich die Behörde auf die in Lebensmitteln üblichen Dosen konzentriert.

Benbrook zufolge ließ die EPA außer Betracht, dass Anwender des Pestizids viel höheren Konzentrationen ausgesetzt sein könnten. Die Kläger in den USA sind aber zum Beispiel Landwirte oder Heimgärtner. Regulierungsbehörden etwa in der EU und Kanada kämen „im Wesentlichen aus den gleichen Gründen“ zum gleichen Ergebnis wie die EPA, so Benbrook. Sie würden im Großen und Ganzen dieselben Studien der Industrie zitieren.

Gefährliches Minenfeld

Die Glyphosat-Thematik gleicht einem gefährlichen Minenfeld und bleibt daher undurchschaubar. Es wird jedoch immer offensichtlicher, dass der Healthcare-Konzern durch die Monsanto-Übernahme viel angreifbarer geworden ist. Die große Gefahr für Bayer liegt daran, dass in naher Zukunft womöglich neue Studien veröffentlicht werden, welche ein Krebsrisiko von Glyphosat beweisen. Ein Kauf der Bayer-Aktie drängt sich daher nicht auf.

Buchtipp: Management by Internet

Die digitale Transformation ist in vollem Gange: Das Internet hat unser Leben verändert und auch Unternehmen müssen auf diesen Wandel reagieren. Management by Internet – das bedeutet, neue Werte wie Vernetzung, Offenheit, Partizipation und Agilität, die für „Digital Natives“ schon längst Alltag sind, auch in der Unternehmenskultur zu verwirklichen. Nur dann gelingt es, talentierte Nachwuchskräfte an sich zu binden, Mitarbeiter immer wieder aufs Neue zu motivieren und innovativ zu bleiben. Wie man diese neuen Führungsmodelle umsetzt und zugleich alte Unternehmensstrukturen gekonnt mit der neuen Wertewelt vereint, zeigt der Experte für Digital Leadership Dr. Willms Buhse unter anderem anhand von Unternehmen wie Bosch und Bayer sowie zahlreichen weiteren Beispielen aus der Praxis. Erfahren Sie, wie Unternehmen wie Bosch, Bayer, der SWR und viele andere den Wandel angehen und meistern. Lernen Sie, mithilfe welcher Methoden und Instrumente Sie den Wandel einleiten und unterstützen können: Innovative Fehlerkultur mit Rapid Recovery, Strategie-Entwicklung mit BarCamps und OpenSpaces, agile Umsetzung in FedExDays, Stand-ups statt Routinemeetings. Nutzen Sie den Selbsttest „Leadership Assessment“, um zu erkennen, ob die digitale Transformation für Sie noch Neuland ist oder ob Sie schon ein echter Digital Leader sind!

Autoren: Buhse, Willms
Seitenanzahl: 240
Erscheinungstermin: 10.06.2014
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-172-6