Einem Bericht der "Financial Times" zufolge will Evonik wohl auch das verbesserte Übernahmeangebot des Konkurrenten BASF ablehnen. Der DAX-Konzern hatte zuletzt für den Spezialchemiekonzern 24 Euro pro Aktie beziehungsweise insgesamt rund 11,2 Milliarden Euro geboten.
Die "Financial Times" beruft sich auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Evonik wollte zu diesem Thema bisher keine Stellungnahme abgeben. Der MDAX-Konzern soll aber wohl durchaus die Tür für Verhandlungen offenlassen.
Erst in dieser Woche hatte BASF-Chef Markus Kamieth im Rahmen der Zahlenpräsentation nochmals das Interesse an Evonik bekräftigt. Demnach bleibt der Spezialchemieproduzent weiterhin das bevorzugte Übernahmeziel. So sieht Kamieth weiterhin gute Gründe für einen Zusammenschluss mit Evonik. Allerdings schließt er einen Kauf um jeden Preis explizit aus. In einer Telefonkonferenz am Mittwoch bezeichnete er den Deal als strategisch naheliegend. Die Konsolidierung der europäischen Chemiebranche sei bereits im Gang, und BASF könne dabei eine aktive Rolle spielen. Der Zeitpunkt passe sowohl für den Konzern als auch für die Branche.
Ein Erwerb sei für BASF jedoch keine zwingende Voraussetzung, sondern lediglich eine mögliche Option, stellte Kamieth klar. Der Ludwigshafener Konzern werde keine überzogene Summe bieten. Weiterverfolgt werde die Transaktion nur, wenn sie den Aktionären einen wirtschaftlichen Vorteil bringe. Evonik bleibe dennoch das bevorzugte Übernahmeziel.
Evonik-Vorstand lässt die Tür offen
Kurz vor dem Börsenstart hat sich das Evonik-Management noch einmal zu Wort gemeldet: "Der Vorstand der Evonik Industries AG hat ein Schreiben der BASF SE vom 22.10.2026 über deren Interesse an einem freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebot eingehend geprüft. Er hat auf Basis der vorliegenden Informationen entschieden, nicht in Verhandlungen mit der BASF SE einzutreten. Der Vorstand bleibt auf die strategische Ausrichtung und Weiterentwicklung von Evonik als eigenständiges Unternehmen fokussiert.
Zugleich erklärt der Vorstand seine Bereitschaft zu einem rein informativen und vertraulichen Austausch mit der BASF SE, um die Position der Evonik Industries AG zu erläutern und der BASF SE die Gelegenheit zu geben, ihre Motive und die aus ihrer Sicht maßgeblichen Erwägungen darzulegen."
DER AKTIONÄR hält nach wie vor an seiner Einschätzung zu den beiden Chemieaktien fest: Wer bei den Anteilscheinen des DAX-Konzerns BASF investiert ist, kann weiterhin dabeibleiben und sollte den Stoppkurs bei 39,00 Euro beachten.
Auch das Übernahmeziel Evonik bleibt attraktiv. Aktionäre sichern hier ihre Position mit einem Stoppkurs bei 16,00 Euro ab.
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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BASF.
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