Gestern ging es mit der Aktie von BASF deutlich bergab. Der Grund war aber keine Hiobsbotschaft des Chemieriesen, sondern lediglich der Dividendenabschlag in Höhe von 2,25 Euro je Aktie. Ohne diesen hätte der DAX-Titel gestern sogar im Plus geschlossen. Nun stellt sich natürlich die Frage, ob man das gesunkene Kursniveau zum Einstieg nutzen sollte.
Denn aktuell läuft es für BASF relativ rund. Zwar sind die hohen Ölpreise und die Konjunktursorgen natürlich klare Belastungen. Doch durch die Blockade der Straße von Hormus stocken seit Wochen die Lieferungen von den für die Chemieindustrie enorm wichtigen Produkten Naphtha und Flüssiggas. Mittlerweile meldeten zahlreiche Firmen in Asien „Force Majeure“ (höhere Gewalt). Dadurch wurde aus dem lange Zeit vorherrschenden globalen Überangebot bei verschiedenen Chemieprodukten nun ein ernsthafter Mangel. Laut dem Analysehaus Bernstein mussten bereits 40 asiatische Chemiefabriken seit Kriegsbeginn ihre Produktion einstellen. Dies hat direkt einen bemerkenswerten Einfluss auf die Preisentwicklung. So zog der europäische Kontraktpreis für Polyurethan-Schäume allein im April um 30 Prozent an. Bei US-Ethylen, Rohstoff für Polyethylen, ist der Anstieg noch beeindruckender: 76 Prozent.
Geht es hingegen nach der britischen Großbank Barclays, so sollte man die Anteilscheine des Ludwigshafener DAX-Konzerns eher meiden. Analystin Katie Richards stuft die BASF-Aktie lediglich mit "Underweight" ein. Den fairen Wert beziffert sie auf 40,00 Euro. Sie merkt an, dass das Fehlen messbarer Prognosen in der aktuell undurchsichtigen Lage in der Chemiebranche großen Spielraum für die Ergebnisse im zweiten Quartal lasse.
Nachdem BASF in den vergangenen Jahren mitunter stark unter den verschiedensten Krisen gelitten hatte, profitiert man nun ausnahmsweise von einem Schock für die globale Weltwirtschaft. Doch auch unabhängig von der aktuellen Lage im Nahen Osten ist der DAX-Konzern sehr breit und strategisch sinnvoll aufgestellt, um in den kommenden Jahren nachhaltig wachsen zu können. Die Effizienz konnte zuletzt ebenfalls gesteigert werden. Die Dividendenperle bleibt daher für langfristig orientierte Anleger attraktiv. Der Stoppkurs kann bei 39,00 Euro belassen werden.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BASF.
Heute, 07:08