24.04.2020 Markus Bußler

Barrick Gold: Das tut weh

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Barrick Gold

Die Aktie des weltweit zweitgrößten Goldproduzenten Barrick Gold kannte in den vergangenen Tagen nur eine Richtung: Die nach oben. Doch heute läuft eine Nachricht über die Ticker, die den Konzern so gar nicht schmecken dürfte. Es geht um die Porgera Mine in Papua-Neuguinea. Der Premierminister des Landes hat erklärt, Barrick erhält keine Erweiterung der Minenlizenz über die beantragten 20 Jahre.

Es sei im besten Interesse des Landes, die Lizenz nicht zu verlängern, sagte der Premier. Er verwies auf Umweltschäden, die durch die Mine entstehen könnten. Eigentlich wollte Barrick die Mine zu einem der Top-Assets des Konzerns machen. Das Projekt betreibt Barrick Gold in einem Joint-Venture mit dem chinesischen Konzern Zijin Mining. Doch jetzt wird die Luft eng für Barrick in Papua-Neuguinea. In einer ersten Reaktion bezeichnete Barrick Gold die Entscheidung als eine „Verstaatlichung“. Gleichzeitig zeigte sich der Konzern jedoch weiter offen, die Probleme mit Premierminister James Marape zu diskutieren. Papua-Neuguinea geht es offensichtlich darum, einen höheren Anteil an der Mine zu erhalten. Bekommt das Land diesen nicht, verlängert man die Minenlizenz nicht. Sicherlich ist das letzte Wort hier noch nicht gesprochen. Dennoch: Die Entscheidung des Premiers beziehungsweise der Regierung ist ein Tiefschlag für Barrick Gold.

Die Aktie selbst zeigt sich von der Entscheidung unbeeindruckt. Es gibt schon seit längerer Zeit Streit um diese Lizenz. DER AKTIONÄR denkt nicht, dass Papua-Neuguinea wirklich daran gelegen ist, Barrick aus dem Land zu drängen. Viel wahrscheinlicher ist, dass man Druck auf Barrick Gold aufbauen will, um einen größeren Anteil an der Mine zu erhalten. Ein solcher Poker ist leider in der Vergangenheit schon mehrfach zu beobachten gewesen. Als jüngstes Beispiel sei hier nur Acacia Mining in Tansania genannt. Auch hier konnte man sich am Ende einigen.

Barrick Gold (WKN: 870450)