Der ungebremste KI-Boom treibt die Geschäfte bei ASML weiter kräftig an. Im Schlussquartal erzielte der niederländische Chipausrüster sowohl beim Umsatz als auch beim Auftragseingang neue Rekordwerte. Für das laufende Jahr peilt Konzernchef Christophe Fouquet weiteres Umsatzwachstum an. Eine Bestandsaufnahme.
ASML-Vorstandschef Christophe Fouquet zeigte sich sehr zufrieden mit der jüngsten Entwicklung: „In den letzten Monaten haben viele unserer Kunden eine deutlich positivere Einschätzung der mittelfristigen Marktsituation abgegeben. Diese veränderte Einschätzung spiegelt sich sowohl in höheren Kapazitätsplänen als auch in unserem rekordhohen Auftragseingang wider.“
ASML ist das einzige Unternehmen weltweit, das Extrem-Ultraviolett-Lithografie-Geräte herstellt, die für die Produktion von Mikrochips mit immer kleineren Strukturen und höherer Leistungsfähigkeit benötigt werden. Zu den Kunden zählen alle führenden Chiphersteller, darunter Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) und Intel. Die Maschinen von ASML sind zudem unverzichtbar für die Herstellung der KI-Beschleuniger von Nvidia, die wiederum das Rückgrat für das Training und den Betrieb von KI-Modellen in Rechenzentren bilden.
In der vergangenen Woche bezeichnete Nvidia-Chef Jensen Huang den Ansturm auf den Bau von Rechenzentren, die KI-Modelle betreiben können, als den „größten Infrastrukturausbau in der Geschichte der Menschheit“. In den kommenden Jahren seien zusätzliche Investitionen in Höhe von „Billionen Dollar“ erforderlich, sagte Huang auf der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos.
Die Aktie sprang nach Vorlage von Zahlen und Ausblick auf ein neues Rekordhoch bei 1.302,40 Euro. Das Papier befindet sich seit Anfang September im Aufwind, der Kurs hat sich seitdem mehr als verdoppelt. Seit dem Jahreswechsel beläuft sich das Plus auf rund 40 Prozent. Damit ist ASML gemessen an einer Marktkapitalisierung von knapp 500 Milliarden Euro das wertvollste börsennotierte Unternehmen Europas.
Das Fazit hat Bestand: Unterm Strich bestätigt ASML mit starken Zahlen für 2025 – insbesondere dank eines sehr hohen Auftragseingangs im vierten Quartal – seine führende Position im Halbleiterausrüstungsmarkt und blickt optimistisch auf das laufende Jahr. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es auch bei den überarbeiteten Kurszielen der Analysten neue Rekorde geben wird. Die Aktie dürfte ihre jüngste Rally zunächst fortsetzen. Neue Umsatz- und Gewinnschätzungen vom AKTIONÄR sowie ein neues Kursziel (bisher: 1.250 Euro) gibt es in den kommenden Tagen an dieser Stelle.
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(Mit Material von dpa-AFX)
Heute, 12:12