Starke Zahlen, starke Reaktion: Die Aktie von AB InBev legt nach den Quartalszahlen kräftig zu – 9,3 Prozent Tagesplus. Damit erreicht der Brauereikonzern den höchsten Stand seit Februar 2020 und notiert wieder auf Vor-Corona-Niveau. Auch für AKTIONÄR-Leser ist diese Entwicklung ein netter Treffer, obwohl es zunächst nicht so aussah.
AB InBev überrascht vor allem bei den Volumina. Statt eines erwarteten Rückgangs wächst der Absatz organisch um 0,8 Prozent. Der Konsens lag bei einem Minus von rund 0,3 Prozent. Es ist die erste Rückkehr zu Wachstum seit 2023.
Auch beim Umsatz liefert der Konzern deutlich besser ab als erwartet. Die Erlöse steigen auf 15,27 Milliarden Dollar und liegen damit klar über den Schätzungen von 14,84 Milliarden Dollar. Organisch ergibt sich ein Plus von 5,8 Prozent – ebenfalls deutlich mehr als die erwarteten gut 3 Prozent.
Beim operativen Ergebnis zeigt sich ein ähnliches Bild. Das bereinigte EBITDA wächst um 5,3 Prozent auf 5,44 Milliarden Dollar und übertrifft damit die Erwartungen von rund 5,27 Milliarden Dollar.
Stark in der Breite
Auffällig: Die positive Überraschung kommt aus mehreren Regionen gleichzeitig. Vor allem Lateinamerika überzeugt. Märkte wie Brasilien, Mexiko, Kolumbien und Peru liefern starke Impulse.
In Nordamerika bleibt das Volumen zwar schwach, wird aber durch Preiserhöhungen und einen besseren Produktmix abgefedert. In Summe reicht das, um die Erwartungen auf breiter Front zu schlagen.
Kursziel steigt
Die Reaktionen fallen deutlich aus. RBC spricht von einem starken Quartal und hebt das Kursziel auf 85 Euro an. Citi sieht ein „sehr starkes Zahlenwerk“ und hält weitere Gewinnschätzungsanhebungen für möglich.
Auch Jefferies lobt die Qualität der Zahlen. JPMorgan sieht ebenfalls Spielraum für Aufwärtsrevisionen bei den Gewinnschätzungen.
Ausblick bleibt stabil – Option auf mehr
Wichtig für den Markt: AB InBev bestätigt die Jahresprognose. Das Unternehmen rechnet weiterhin mit einem EBITDA-Wachstum von 4 bis 8 Prozent.
Gerade nach den Unsicherheiten rund um Konsum und Kosten kommt das gut an. Zudem sehen Analysten zusätzliche Impulse durch die Fußball-WM im Sommer, insbesondere in wichtigen Märkten wie den USA und Mexiko.
AB InBev liefert, was der Markt sehen wollte: Wachstum bei den Volumina, Zahlen bei Umsatz und Gewinn, die klar über den Erwartungen liegen, und eine stabile Prognose. Die Aktie reagiert entsprechend. Nach einer Korrekturphase bekommt die Story wieder Momentum. Für AKTIONÄR-Leser entwickelt sich die Empfehlung damit doch noch positiv, nachdem sie in den vergangenen Wochen im Lauf der scharfen Korrektur fast unter den Stopp gefallen wäre.
Heute, 19:20