24.04.2020 Emil Jusifov

Alphabet: Das war leider zu erwarten

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Alphabet

Bereits bekannt war, dass die Alphabet-Tochter Google, massive Kostensenkungen einplant, um sich besser gegen die Krise und damit einhergende Probleme im Werbegeschäft zu wappnen. Jetzt werden diese Pläne konkreter.

Wie die Nachrichtenagentur CNBC berichtet, wird Google sein Marketing-Budget in der zweiten Jahreshälfte halbieren. CNBC beruft sich dabei auf eine interne E-Mail an Marketing-Mitarbeiter. Ein Google-Sprecher bestätigte die Pläne gegenüber CNBC.

2019 gab Google noch 18,46 Milliarden Dollar für Vertrieb und Marketing aus. Bereits letzte Woche erklärte CEO Sundar Pichai gegenüber seinen Mitarbeitern:

Genau wie bei der Finanzkrise 2008 leidet jetzt die gesamte Weltwirtschaft, und Google und Alphabet sind nicht immun gegen die Auswirkungen dieser globalen Pandemie. Wir existieren in einem Ökosystem von Partnerschaften und miteinander verbundenen Unternehmen, von denen jetzt viele erhebliche Probleme haben.

Sundar Pichai

Einsparmaßnahmen betreffen auch andere Bereiche

Neben den Einsparmaßnahmen im Marketing und Vertrieb, sollen in diesem Jahr auch keine neuen Mitarbeiter mehr eingestellt werden und  weitere Ausgaben (wie etwa für Geschäftsreisen) zurückgefahren sowie Investitions- und Projektbudgets deutlich verkleinert werden (DER AKTIONÄR berichtete).

Alphabet (WKN: A14Y6F)

DER AKTIONÄR geht davon aus, dass Alphabet noch eine Zeit lang mit sinkenden Einnahmen und regulatorischen Herausforderungen im Bereich des Werbegeschäfts zu kämpfen haben wird. Trotzdem bleibt DER AKTIONÄR für die Zukunft des Konzerns aufgrund seiner starken fundamentalen Verfassung, hoher Liquiditätsreserven und Innovationsfähigkeit sehr optimistisch. Alphabet bleibt ein Basisinvestment.

Mehr über Alphabet können Sie in der aktuellen Ausgabe (Nr. 18/2020) von DER AKTIONÄR lesen, welche Sie hier als PDF herunterladen können.

Wer etwas breiter in Big Tech investieren will, kann einen Blick auf den GAFAM-Index werfen. Der vom AKTIONÄR aufgelegte Index beinhaltet die fünf größten US-amerikanischen IT-Unternehmen: Alphabet (Google), Apple, Facebook, Amazon und Microsoft. Die Aktien werden jährlich gleichgewichtet, um Klumpenrisiken zu vermeiden. Dividenden werden bei der Indexberechnung allerdings nicht berücksichtigt. Der GAFAM Index hat seit der Auflegung rund 117 Prozent zugelegt.

Der Autor Emil Jusifov hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Alphabet.

Buchtipp: Die Facebook-Gefahr

Facebook ist in die Kritik geraten. Bots, Trolle und Fake News sind Synonyme für die Pro­bleme des Konzerns. Spätestens seit Brexit und Trump sehen Nutzer die Reichweite und die Algorithmen mit Argwohn. Einer von Ihnen: Roger McNamee. Einst stolz darauf, zu den ersten Facebook-Investoren zu gehören, ist der Kapitalgeber und Tech-Experte nun zum scharfen Kritiker geworden. In seinem Buch rechnet er mit Mark Zuckerberg und Sheryl Sandberg ab. Ihre Reaktion auf den Missbrauch des sozialen Netzwerks ist seiner Ansicht nach völlig unzureichend und geht am Kern des Problems vorbei: der Bedrohung unserer demokratischen Grundordnung. „Die Facebook-Gefahr“ ist ein nicht zu überhörender Weckruf – für das Silicon Valley, für die Politik, für uns alle.

Autoren: McNamee, Roger
Seitenanzahl: 400
Erscheinungstermin: 21.11.2019
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-662-2