Die Adidas-Aktie gerät am Dienstag plötzlich unter Druck. Auslöser sind schwache Signale aus dem US-Sportartikelhandel. Die frischen Quartalszahlen von Dick’s Sporting Goods zeigen: Die Nachfrage nach Sportbekleidung wird schwieriger. Das sind auch für die Herzogenauracher keine guten Nachrichten, da der US-Markt rund ein Fünftel der Umsatzerlöse beisteuert.
Dick’s Sporting Goods hat am Dienstag im Rahmen der Zahlenvorlage seine Jahresprognose gesenkt. Die Aktie des US-Sporthändlers brach vorbörslich zeitweise um rund 13 Prozent ein. Das belastet auch andere Unternehmen aus der Branche – darunter Adidas.
Prognose zusammengestrichen
Dick’s rechnet für 2026 nun mit einem Umsatz von 21,9 bis 22,2 Milliarden Dollar. Zuvor hatte das Unternehmen noch 22,1 bis 22,4 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Noch deutlicher fällt die Korrektur beim Gewinn aus. Beim bereinigten Gewinn je Aktie erwartet Dick’s nun 10,94 bis 11,94 Dollar. Zuvor lag die Prognose bei 13,27 bis 14,27 Dollar.
Der Grund: Die Kunden halten ihr Geld zusammen. Inflation und wirtschaftliche Unsicherheit belasten die Konsumlaune. Besonders bei teureren Sportartikeln wird offenbar genauer hingeschaut.
Schuhgeschäft wird zum Problem
Besonders kritisch ist die Entwicklung im Bereich Sportschuhe. Das Geschäft von Foot Locker, das Dick’s erst übernommen hat, verzeichnete auf Pro-forma-Basis einen Umsatzrückgang von 3,6 Prozent.
Dick’s verweist auf ein schwieriges Marktumfeld. Es habe im zweiten Quartal weniger Produktlaunches gegeben. Zudem seien neue Modelle hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Gleichzeitig wird der Wettbewerb härter. Teile des Marktes seien zunehmend von Rabattschlachten geprägt, erklärte das Management. Dick’s reagiert darauf mit einer aggressiveren Preisstrategie.
Stammgeschäft legt zu
Ganz so schlecht ist die Lage allerdings nicht. Das klassische Dick’s-Geschäft legte im zweiten Quartal bei den vergleichbaren Umsätzen um 4,9 Prozent zu. Der Konzern profitierte unter anderem von der Fußball-WM 2026. Auch die Zahl der Transaktionen und der durchschnittliche Einkaufswert legten zu. Unter dem Strich blieb dennoch weniger hängen. Der Gewinn je Aktie fiel von 4,71 auf 3,50 Dollar. Bereinigt sank das Ergebnis von 4,38 auf 3,53 Dollar.
Wegen der schwachen Zahlen und der gestrichenen Prognose fällt Dick’s Sporting Goods vorbörslich um 13 Prozent. Die mauen Aussichten setzen jedoch auch die deutschen Sportartikelhersteller Adidas und Puma unter Druck. Während die Adidas-Aktie ihren bisherigen Tagesgewinn komplett abgegeben und 1,5 Prozent ins Minus gedriftet ist, verliert Puma rund ein Prozent. Auch US-Rivale Nike gibt vorbörslich 2,5 Prozent nach.
Die frischen Dick's-Zahlen zeigen: Die Erholung am US-Markt dauert länger als von vielen Marktteilnehmern angenommen. DER AKTIONÄR sieht aktuell die größten Comeback-Chancen bei Puma. Seit der Empfehlung in Ausgabe 50/25 hat das Papier um knapp 20 Prozent zugelegt. Aktuell notiert jedoch auch Puma nur knapp über dem Stoppkurs. Neueinsteiger warten daher besser an der Seitenlinie ab. Mehr Dynamik versprechen indes diese NEUEMPFEHLUNGEN.
Heute, 14:04
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