Die Aktie der SoftBank Group hat am Donnerstag in Tokio um fast 20 Prozent zugelegt. Damit verzeichnete das Papier den größten Kurssprung an einem einzelnen Handelstag seit März 2020. Der Grund: Zwei der wichtigsten Beteiligungen im Portfolio des japanischen Investors bereiten ihren Börsengang in den USA vor. Sowohl der KI-Pionier OpenAI als auch der Infrastruktur-Spezialist SB Energy streben aufs Parkett.
• SoftBank-Aktie explodiert: Fast +20 Prozent dank geplanter Börsengänge von OpenAI und SB Energy.
• OpenAI-IPO im Herbst? SoftBank wäre mit 13 Prozent Beteiligung einer der größten Gewinner.
• KI, Rechenzentren, SpaceX: SoftBank sitzt im Zentrum der nächsten Tech-Börsenwelle.
Wie DER AKTIONÄR berichtete, bereitet OpenAI Insidern zufolge den Sprung an die Börse für diesen Herbst vor. Der Entwickler von ChatGPT arbeitet bereits mit den Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley zusammen. Erste vertrauliche Dokumente könnten noch in dieser Woche bei der US-Börsenaufsicht eingereicht werden. SoftBank hält rund 13 Prozent an OpenAI und wäre damit einer der größten Profiteure des Börsengangs.
Rechenzentren als zweiter Wachstumstreiber
Während OpenAI die Software-Seite der KI-Revolution abdeckt, liefert SB Energy die notwendige Hardware-Basis. Das Unternehmen entwickelt Energie-Infrastruktur für Rechenzentren. Auch hier stehen die Zeichen auf Börsengang: SB Energy gab bekannt, einen vertraulichen Registrierungsantrag für ein IPO in den USA eingereicht zu haben.
In den vergangenen zwölf Monaten hat SB Energy mehr als 1,8 Milliarden Dollar eingesammelt. Geldgeber waren neben SoftBank auch OpenAI und Ares Management. Das frische Kapital floss direkt in den Ausbau von Rechenkapazitäten.
Mehr Liquidität
Analysten reagieren positiv auf die Pläne des Softbank-Chefs Masayoshi Son. In der Vergangenheit litt die Aktie unter einem deutlichen Abschlag zum Nettoinventarwert (NAV). Dieser lag zuletzt im Bereich von über 20 Prozent. Anleger störten sich vor allem an der geringen Liquidität der vielen privaten Beteiligungen. Es war schlichtweg schwierig, einen fairen Marktwert zu ermitteln.
Entsprechend werten Analysten den Schwenk hin zu börsennotierten Werten als strategischen Sieg. Sobald OpenAI und SB Energy gehandelt werden, gewinnt SoftBank an finanzieller Flexibilität. Das Risiko von Abschreibungen sinkt, während die Transparenz steigt. Zudem befreit sich der Konzern von der Last, seine Beteiligungen permanent mit eigenem Kapital stützen zu müssen.
SoftBank hat früh auf die richtigen Zukunftsunternehmen gesetzt und erntet nun die Früchte dieser Strategie. Anleger, die auf den Robotics-Index setzen, sind damit bereits indirekt an diesen Entwicklungen beteiligt, denn SoftBank zählt dort zu den tragenden Säulen. Doch nicht nur OpenAI arbeitet an einem Börsengang: Auch SpaceX steht offenbar kurz vor dem Schritt aufs Parkett (DER AKTIONÄR berichtete).
FAQs
Was ist die SoftBank überhaupt?
SoftBank ist ein japanischer Technologie-Investor unter der Führung von Masayoshi Son. Der Konzern hält Beteiligungen an zahlreichen Wachstumsunternehmen, darunter OpenAI, Arm oder SB Energy. Bekannt wurde Softbank vor allem durch den milliardenschweren Vision Fund.
Warum ist die SoftBank-Aktie so volatil?
Die Aktie reagiert stark auf die Entwicklung der Beteiligungen im Portfolio. Besonders IPOs, KI-Trends oder Veränderungen bei Tech-Bewertungen sorgen regelmäßig für kräftige Kursbewegungen. Zudem schwankt der Abschlag zum Nettoinventarwert (NAV) deutlich.
Warum spielt die SoftBank beim KI-Boom eine wichtige Rolle?
SoftBank hat früh in Zukunftstechnologien investiert und hält Beteiligungen an zentralen KI- und Infrastrukturunternehmen. Vor allem das Engagement bei OpenAI sowie Investitionen in Rechenzentren und Halbleiter machen den Konzern zu einem wichtigen Profiteur des KI-Trends.
Heute, 14:20